Definition
Sie sind hier: Umsetzung / WfbM-Benchmarking der Teilhabe am Arbeitsleben
print

Was bedeutet für uns "Qualität der Teilhabe am Arbeitsleben"?

 

Die vorliegende Qualitätsmessung basiert auf einem Verständnis von Qualität der Teilhabe am Arbeitsleben nach folgender Definition:

Qualität der Teilhabe am Arbeitsleben bedeutet:

 

  • Die gemeinsame Vereinbarung und Umsetzung von personenzentrierten beruflichen und persönlichen Entwicklungszielen.
  • Dies wird erreicht durch differenzierte Arbeits-, Bildungs- und Assistenzangebote sowie hohe Fachkompetenz des Personals.
  • Mit der Teilhabe am Arbeitsleben wird Inklusion und dadurch Lebensqualität im größtmöglichen Umfang gefördert.

 

Was verstehen wir darunter?

„Qualität der Teilhabe am Arbeitsleben bedeutet die gemeinsame Vereinbarung und Umsetzung von personenzentrierten beruflichen und persönlichen Entwicklungszielen. (…)“

 

  • Im Sinne partizipativer Entscheidungsfindung werden individuelle und bedarfsorientierte Entscheidungen zu bildungs-, arbeits- und berufsbezogenen Maßnahmen gemeinsam zwischen Mitarbeitern und Fachpersonal getroffen werden.
  • Die Qualität der persönlichen und beruflichen Entwicklung zeigt sich am Erhalt oder an der Erweiterung der Methoden-, Fach-, Sozial- und Selbstkompetenzen.

 

 „ (…) Dies wird erreicht durch differenzierte Bildungs-, Arbeits- und Assistenzangebote sowie hohe Fachkompetenz des Personals. (…)“

 

  • Differenzierte Bildungsangebote: Eine ausreichende Binnendifferenzierung beruflicher Bildung wird den individuellen Fähigkeiten und beruflichen Zielen der Mitarbeiter entsprechend umgesetzt und eine Orientierung an anerkannten Ausbildungsberufen durch entsprechende Qualifizierungsangebote und Kooperationen mit externen (Aus-)Bildungseinrichtungen angestrebt.
  • Berufliche Bildung wird dabei nicht nur als  Angebot während der Berufsbildungsmaßnahme innerhalb der ersten beiden Jahre in der Werkstatt verstanden, sondern umfasst im Sinne der Förderung lebenslangen Lernens, Bildungs- bzw. Qualifizierungsangebote für alle Mitarbeiter der Werkstatt entsprechend der gemeinsam vereinbarten Entwicklungsziele.
  • Differenzierte Arbeitsangebote: Mitarbeiter können durch personenzentrierte Arbeitsgestaltung und ein möglichst breites Angebotsportfolio an Arbeitsplätzen innerhalb der Werkstatt, auf betriebsintegrierten Arbeitsplätzen - und bei geeigneten Mitarbeitern - durch Förderung des Übergangs auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, am Arbeitsleben teilhaben.
  • Die Arbeitsangebote unterstützen eine möglichst gleichberechtigte Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderung sowie den Erhalt bzw. die Förderung der psychischen und physischen Gesundheit, der Kompetenzen und der Leistungsfähigkeit (vgl. Kubek, 2012).
  • Differenzierte Assistenzangebote: Mitarbeiter werden durch individuelle Assistenz in ihrem Arbeitsalltag und - soweit möglich - in ihrer unabhängigen Lebensführung befähigt;
  • Das heißt, Selbstbestimmung im Sinne des Empowerments von Mitarbeitern durch Aktivierung innerer Ressourcen und durch unterstützende äußerer Bedingungen (vgl. Erhardt & Grüber, 2013) zu fördern sowie die Kontrolle über das eigene Leben und eine autonome Gestaltung des Alltags zu ermöglichen.
  • Hohe Fachkompetenz: Unter Kompetenz des Personals verstehen wir den hohen Standard und die kontinuierliche Weiterentwicklung von Methoden-, Fach-, Sozial- und Selbstkompetenzen, um damit aktuellen Arbeitsanforderungen optimal begegnen zu können.

 

 „(…) Mit der Teilhabe am Arbeitsleben wird Inklusion und dadurch Lebensqualität im größtmöglichen Umfang gefördert.“

 

  • Inklusion: Unter dem Beitrag der Werkstätten zu einer gelingenden Inklusion verstehen wir durch die Entwicklung von Strukturen und Praktiken und einer entsprechenden Kultur, Teilhabe, Mitwirkung, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung zu ermöglichen (vgl. Kammann, C. ( 2008)), sowie durch regionale Vernetzung Zugänge zu gesellschaftlicher Teilhabe zu schaffen und für Mitarbeiter nutzbar zu machen.
  • Die Zusammenarbeit mit Akteuren im Umfeld der Werkstätten ermöglicht es Mitarbeitern, wohnortnahe Arbeits-, Bildungs- oder andere Angebote wahrzunehmen.
  • Lebensqualität: Unter Lebensqualität verstehen wir in Anlehnung an Schäfers (2008) drei zentrale Lebensqualitätsdimensionen: „Subjektives Wohlbefinden“, „Selbstbestimmungsmöglichkeiten“ und „Partizipation am gemeinschaftlichen Leben“ 

Die einzelnen Aspekte dieser Definition und ihrer Erläuterung strukturieren als  Qualitäts(teil)ziele die Benchmarking-Messung. Zur Bewertung jedes Ziels bzw. Teilziels stehen objektiv zählbare Indikatoren und die subjektive Beurteilung durch die befragten Mitarbeiter mit Behinderung zur Verfügung.

Zurück zur Übersicht

Weiter zu Messung