Indus­trie 4.0 – Wand­lungs­fä­hig­keit von Unter­neh­men in der Wert­schöp­fung von mor­gen

Ado­be Stock/Alex from the Rock

Wand­lungs­fä­hig­keit ist die Eigen­schaft eines Unter­neh­mens, Ver­än­de­run­gen, die ein ursprüng­lich plan­ba­res oder vor­her­seh­ba­res Aus­maß über­schrei­ten, recht­zei­tig wahr­zu­neh­men und tech­nisch wie auch orga­ni­sa­to­risch zu beherr­schen. Zum Auf- und Aus­bau von Wand­lungs­fä­hig­keit ist die expli­zi­te Ver­an­ke­rung der Wand­lungs­fä­hig­keit in der Unter­neh­mens­stra­te­gie not­wen­dig. Im Fokus der För­der­richt­li­nie „Indus­trie 4.0 – Wand­lungs­fä­hig­keit von Unter­neh­men in der Wert­schöp­fung von mor­gen (InWan­del)“ steht das nach­hal­ti­ge Zusam­men­spiel von Mensch, Unter­neh­mens­or­ga­ni­sa­ti­on und Tech­nik, um neue Wege für eine zukünf­ti­ge Wert­schöp­fung zu erfor­schen. Es sol­len Lösungs­an­sät­ze für den erfolg­rei­chen Umgang mit dyna­mi­schen Her­aus­for­de­run­gen unter best­mög­li­cher Nut­zung von Poten­zia­len und Werk­zeu­gen der Indus­trie 4.0 erforscht und unter­sucht wer­den. Für die ver­netz­te Wert­schöp­fung, wer­den unter­neh­mens­kul­tu­rel­le, orga­ni­sa­ti­ons­be­zo­ge­ne, öko­no­mi­sche und öko­lo­gi­sche Aspek­te ganz­heit­lich berück­sich­tigt. Eine inte­gra­ti­ve Betrach­tung der Berei­che Pro­duk­ti­on, Dienst­leis­tung und Arbeit ist Vor­aus­set­zung, um zu inter­dis­zi­pli­nä­ren, anwen­dungs­ori­en­tier­ten neu­en Lösun­gen zu gelan­gen.

Gestärk­te Wand­lungs­fä­hig­keit für KMU durch agi­le, mensch­zen­trier­te digi­ta­le Sys­te­me 

Wirt­schaft­li­che, gesell­schaft­li­che, tech­ni­sche und poli­ti­sche Anfor­de­run­gen stel­len ins­be­son­de­re pro­du­zie­ren­de KMU vor die Her­aus­for­de­rung, pas­sen­de Stra­te­gien für stän­di­ge Ver­än­de­run­gen umzu­set­zen. Dies betrifft u.a. Geschäfts­mo­del­le, Ser­vices, Wert­schöp­fungs­ket­ten sowie Kun­den­be­zie­hun­gen und erfor­dert nicht nur die Sicht auf die Tech­no­lo­gie, son­dern auch auf Orga­ni­sa­ti­on und Mit­ar­bei­ten­de. Damit KMU sich auf Ver­än­de­run­gen ein­stel­len und Unter­neh­mens­struk­tu­ren und ‑pro­zes­se pro­ak­tiv an Her­aus­for­de­run­gen und neue Situa­tio­nen anpas­sen kön­nen, muss deren Wand­lungs­fähig­keit und Resi­li­enz gestärkt wer­den. Im Mit­tel­punkt des Pro­jekts Rea­di steht daher die pra­xis­ori­en­tier­te För­de­rung eines nach­hal­ti­gen, agi­len Zusam­men­spiels zwi­schen Men­schen, Unter­neh­mens­or­ga­ni­sa­ti­on und Tech­nik.

Das For­schungs­pro­jekt Rea­di ver­folgt das Ziel, Unter­neh­men im Rah­men eines mehr­stu­fi­gen Wand­lungs­mo­dells inkl. eines Maß­nah­men­bau­kas­tens dazu zu befä­hi­gen, die für eine nach­hal­ti­ge und kon­ti­nu­ier­li­che Wand­lungs­fä­hig­keit erfor­der­li­chen Struk­tu­ren, Pro­zes­se und tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen zu iden­ti­fi­zie­ren, auf­zu­bau­en, im Unter­neh­men zu ver­an­kern und zu har­mo­ni­sie­ren.

Im Ver­lauf der Pro­jekt­ar­bei­ten flie­ßen Erkennt­nis­se aus drei Anwen­dungs­sze­na­ri­en in die Ent­wick­lung eines über­grei­fen­den Wand­lungs­mo­dells ein. Zunächst wird ein Instru­ment ent­wi­ckelt, mit dem der Rei­fe­grad der digi­ta­len Wand­lungs­fä­hig­keit von Unter­neh­men bestimmt wer­den kann. Die Ergeb­nis­se die­ser Anwen­dung bil­den den metho­di­schen Aus­gangs­punkt der Modell­ent­wick­lung. Beglei­tet wird das Modell durch einen Bau­kas­ten, der die erprob­ten tech­ni­schen und orga­ni­sa­tio­na­len Maß­nah­men, Best-Prac­ti­ces und Hand­lungs­emp­feh­lun­gen zur Opti­mie­rung der Wand­lungs­fä­hig­keit von Unter­neh­men illus­triert. Hier­bei wer­den die Lebens­zy­klus­pha­sen Ent­wick­lung, Pro­duk­ti­on und Ser­vice über­grei­fend betrach­tet und ins­be­son­de­re auch agi­le Pro­zes­se der inter­dis­zi­pli­nä­ren, digi­ta­len Zusam­men­ar­beit in Wert­schöp­fungs­netz­wer­ken berück­sich­tigt. Als Ergeb­nis steht inter­es­sier­ten Unter­neh­men im Rah­men von Trans­fer­maß­nah­men eine Online-Platt­form mit dem Wand­lungs­mo­dell und dem Bau­kas­ten in leicht anwend­ba­rer Form zur Ver­fü­gung.

Die im Pro­jekt ent­wi­ckel­te Online-Platt­form dient der digi­ta­len Abbil­dung des Wand­lungs­mo­dells und wird erprob­te Maß­nah­men, die bei einem Wand­lungs­an­lass zum Ein­satz kamen, mit Hil­fe von Wand­lungs­in­di­ka­to­ren nach­voll­zieh­bar und bewert­bar auf­zei­gen. Durch geziel­te Trans­fer­maß­nah­men wer­den die erar­bei­te­ten Ergeb­nis­se für wei­te­re Unter­neh­men und Bran­chen sowie eine inter­es­sier­te Öffent­lich­keit auf­be­rei­tet. KMU haben so die Mög­lich­keit, Vor­ge­hens­wei­sen, Maß­nah­men und Stra­te­gien hin zu wand­lungs­fä­hi­gen Struk­tu­ren ken­nen­zu­ler­nen, und für sich selbst zu defi­nie­ren. Als asso­zi­ier­ter Pro­jekt­part­ner wird Pfalz­me­tall e.V. für die Unter­stüt­zung im Trans­fer ein­ge­bun­den und wei­te­re Mul­ti­pli­ka­to­ren über die bestehen­den Netz­wer­ke der Pro­jekt­part­ner ein­be­zo­gen.

Geför­dert vom BMFTR im Rah­men der För­der­li­nie „Indus­trie 4.0 – Wand­lungs­fä­hig­keit von Unter­neh­men in der Wert­schöp­fung von mor­gen (InWan­del)“ im Rah­men des Pro­gramms „Zukunft der Wert­schöp­fung – For­schung zu Pro­duk­ti­on, Dienst­leis­tung und Arbeit“, beglei­tet durch den Pro­jekt­trä­ger Karls­ru­he.

Pro­jekt­ti­tel

Gestärk­te Resi­li­enz in pro­du­zie­ren­den KMU durch agi­le, men­schen­zen­trier­te digi­ta­le Sys­te­me und Sys­tem­ge­stal­tung (READI)

Lauf­zeit:
Janu­ar 2023 — Dezem­ber 2025

Pro­jekt­part­ner

  • Ergosign GmbH
  • Adi­ent Com­pon­ents Ltd. & Co. KG
  • Arten­gis GmbH
  • Ellen­ber­ger GmbH & Co. KG
  • Know­How! AG
  • Hans Lef­fer GmbH & Co. KG
  • Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Kai­sers­lau­tern – Lehr­stuhl für vir­tu­el­le Pro­dukt­ent­wick­lung
  • Zen­trum für Mecha­tro­nik und Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­nik gGmbH

För­de­rung

Das Pro­jekt Rea­di wird geför­dert durch Bun­des­mi­nis­te­ri­um für For­schung, Tech­no­lo­gie und Raum­fahrt (BMFTR) im Rah­men der För­der­li­nie „Indus­trie 4.0 – Wand­lungs­fä­hig­keit von Unter­neh­men in der Wert­schöp­fung von mor­gen (InWan­del)“

Pro­jekt­team