Diversity Management in der Pflege: Fachkräftesicherung durch Integration internationaler Pflegekräfte aus Anwerbung und von Pflegekräften mit Fluchthintergrund
Pflegeeinrichtungen in Deutschland leiden unter derart massivem Fachkräftemangel, dass sie dringend auf internationale Fachkräfte angewiesen sind. Während die Strategien und Maßnahmen zur Anwerbung internationaler Pflege-Fachkräfte mittlerweile professionalisiert sind, kommt einer erfolgreichen Eingliederung dieser Beschäftigten in den Arbeitsprozess bislang kaum Bedeutung zu.
Studien belegen, dass viele ausländische Fachkräfte ihr Ankommen als positiv erleben, im weiteren Verlauf aber zahlreiche Probleme entstehen, etwa in Folge von Sprachbarrieren, Bürokratie, fehlender Einarbeitung, Überlastung, Diskriminierung am Arbeitsplatz sowie fehlender soziale, familiäre und migrantische Netzwerke. Für eine nachhaltige Integration, die Gewährleistung guter Teamarbeit und die Sicherung einer hohen Pflegequalität ist ein umfassendes Diversity Management daher essenziell.
Es braucht betriebliche Lösungen, die Vielfalt, Teilhabe und Inklusion sowie Gleichstellung und Chancengleichheit in der Pflege sicherstellen und deren Potentiale in unternehmerischen Erfolg überführen. Während in Großunternehmen mittlerweile häufig ein Diversity Management installiert ist, verfügen Pflegeeinrichtungen dazu nicht über zeitliche und finanzielle Ressourcen, auch nicht über das erforderliche Know How.
Ziel des Projektes ist es daher, ein Diversity Management in der Pflege strukturell aufzubauen, in eine Strategie zu überführen und in Prozessen zu verankern, so dass sich im Ergebnis eine Kultur der Vielfalt im Unternehmen entwickelt.
Für alle ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen der Prot. Altenhilfe Westpfalz (PAW) wird im Rahmen des INQA-Experimentierraums (s.u.) „DIM Pflege“ ein Diversity Management konzipiert und erprobt. Der Nachhaltigkeit und dem Transfer der Projektergebnisse und ‑erkenntnisse kommt höchste Bedeutung zu. Die innovativen Lösungen werden daher zum Projektende allen Pflegeeinrichtungen in Deutschland u.a. über eine Handlungshilfe sowie reichweitenstarke Transferformate zugänglich gemacht.
Zum Hintergrund: INQA-Experimentierräume
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) Unternehmen und Verwaltungen, die innovative Arbeitsansätze in Experimentierräumen (EXP) entwickeln und erproben. Denn wer kreative Lösungen für den Wandel finden will, muss Neues wagen. Was funktioniert, wird fortgeführt; was nicht funktioniert, wird verändert oder verworfen. Ziel der INQA-EXP ist es, Räume für gemeinsames Ausprobieren zu öffnen, voneinander zu lernen und die gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis zu transferieren.
Weitere Informationen unter www.inqa.de/exp.
Über INQA
Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) begleitet Unternehmen und Organisationen im Wandel der Arbeitswelt. Sie unterstützt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen auf ihrem Weg zu einer zukunftsorientierten Unternehmenskultur – mit Praxiswissen, Beratung, Selbstchecks, Vernetzungsangeboten und Projektförderung. So hilft INQA Betrieben und ihren Beschäftigten, sich zukunftsfest aufzustellen, Fachkräfte zu finden und zu binden. INQA wurde initiiert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und wird getragen von starken Partnern.
Weitere Informationen unter www.inqa.de sowie im INQA-Erklärfilm.
Projekttitel
Diversity Management in der Pflege: Fachkräftesicherung durch Integration internationaler Pflegekräfte aus Anwerbung und von Pflegekräften mit Fluchthintergrund
Laufzeit: 12.2025 — 11.2027
Projektpartner
- Prot. Altenhilfe Westpfalz gem. Betriebsgesellschaft mbH (PAW)
- Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. (ism e.V)
- Externe Evaluation: Zoom
Förderung
Der INQA-Experimentierraum „DIM Pflege“ wird über einen Zeitraum von zwei Jahren im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) sowie der Richtlinie „Unternehmen und Verwaltungen der Zukunft: INQA-Experimentierräume“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gefördert. Das Projekt wird durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin fachlich begleitet.



