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Umsetzung arbeitswissenschaftlicher Inhalte mit Problemlösungsgruppen

Laufzeit:

01.01.1990 - 31.12.1992

Ansprechpartner:
  • Kein Mitarbeiter hinterlegt
Kurzbeschreibung des Projektes:

Partizipative Arbeitsgestaltung ist eine traditionelle Forderung der Arbeitswissenschaft. Eine breite eigenständige Realisierung scheiterte in der Vergangenheit sehr häufig insbesondere an dem vermeintlichen Aufwand (fehlender Effizienznachweis), dem unzureichenden betrieblichen Interesse sowie dem Fehlen erfolgreich erprobter Konzepte. Seit auch in Deutschland Mitarbeiter der ausführenden Ebene in verstärktem Maße in Produktion und Verwaltung erfolgreich in betriebliche Problemfindungs- und -lösungsprozesse eingebunden werden (Stichworte: Qualitätszirkel, kontinuierlicher Verbesserungsprozess, integratives Qualitätsmanagement), stellt sich die Frage, ob solche Kleingruppen nicht auch ein "Instrumentarium" einer partizipativen Arbeits- und Organisationsgestaltung darstellen können.

Das Forschungsprojekt "Umsetzung arbeitswissenschaftlicher Inhalte mit Problemlösungsgruppen" hatte das Ziel, anhand erfolgreicher Praxisbeispiele den Nutzen einer partizipativen Arbeits- und Organisationsgestaltung zu belegen. Insbesondere sollte dabei der Nachweis erbracht werden, dass sich mit Hilfe von Beteiligungsansätzen mitarbeiter- und unternehmensbezogene Zielsetzungen gleichzeitig erreichen lassen. Darüber hinaus wurden Handlungshilfen für die innerbetriebliche Umsetzung spezifischer Beteiligungsansätze erarbeitet und praktisch erprobt.

Bei der Auswertung der Praxisbeispiele wurden drei unterschiedliche Themenfelder behandelt: Mitarbeiterbeteiligung bei der traditionellen Arbeits- und Organisationsgestaltung, partizipative Arbeitssicherheitskonzepte sowie kleingruppenunterstützte Prozessinnovationen. Die Entwicklung und Erprobung von Handlungshilfen beschränkte sich auf die beiden letztgenannten Themenfelder.

In Zusammenhang mit der Analyse erfolgreicher Praxisbeispiele wurden in zwölf Unternehmen beispielhafte Problemlösungsaktivitäten existierender Kleingruppen aufgearbeitet. Zur systematischen Bewertung entwickelte das verantwortliche Forscherteam ein spezielles Bewertungsinstrumentarium, mit dessen Hilfe sich wirtschaftliche Effekte und Erfolge bei der Humanisierung der Arbeit gleichzeitig erfassen lassen. Diese Ergebnisse der Forschungsarbeit sind in drei Fallbeispielsammlungen dokumentiert. Sie belegen, dass im Rahmen geeigneter Beteiligungskonzepte Wirtschaftlichkeit und Humanisierung der Arbeit verknüpfbar sind.

In sechs weiteren Unternehmen wurde der erstmalige Einsatz von Kleingruppen zur Förderung der Arbeitssicherheit bzw. zur Umsetzung von Prozessinnovationen erfolgreich erprobt. Neben der Entwicklung der grundlegenden Konzepte (partizipative bzw. kleingruppenunterstützte Sicherheitsarbeit sowie kleingruppenunterstütztes Projektmanagement) wurden im Rahmen des Forschungsprojektes auch folgende spezifische Qualifizierungsbausteine entwickelt und umgesetzt: Ausbildung von Sicherheitszirkel-Moderatoren und Moderatoren für Problemlösungsgruppen sowie ein spezielles Training zum Thema kleingruppenunterstütztes Projektmanagement.