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Total Quality Management in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)

Laufzeit:

01.02.1999 - 30.06.2002

Ansprechpartner:
Kurzbeschreibung des Projektes:

Die Diskussion um den Begriff "Qualität" ist auch für Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) seit einigen Jahren zu einem wichtigen Thema geworden, da sie im Spannungsfeld unterschiedlicher Anspruchsgruppen stehen. Mit der Novellierung des Bundessozialhilfegesetzes (BSHG) wurde der Begriff "Qualität" für WfbM gesetzlich verankert. Der Gesetzgeber forderte, dass Vereinbarungen über Inhalt, Umfang und Qualität der zu erbringenden Leistungen sowie die zu entrichtenden Vergütungen getroffen werden müssen und darüber hinaus Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungen geprüft werden (BSHG § 93). Neben der Notwendigkeit, den rehabilitativen Auftrag aus § 54 Schwerbehindertengesetz (SchwbG) zu erfüllen, sahen sich WfbM im produzierenden Bereich einer zunehmenden Verschärfung des Wettbewerbs und höheren Anforderungen in Bezug auf Flexibilität in der Leistungserbringung ausgesetzt. Während in Rheinland-Pfalz etwa zwei Drittel der WfbM ihre Produktionsbereiche bereits nach DIN EN ISO 9000 zertifiziert hatten, existierten nur vereinzelte Initiativen zur systematischen Verbesserung der Eingliederungs- und Betreuungsqualität. Die Fokussierung der Qualitätsaktivitäten auf die Produktion wurde jedoch dem Rehabilitationsauftrag einer WfbM nicht gerecht, da rehabilitative Zielsetzungen im Vordergrund stehen mussten. Ein Konzept, welches den Rahmen für eine Integration der Aktivitäten aus Produktion und Rehabilitation schafft, lag mit dem Europäischen Qualitätsmodell der European Foundation for Quality Management (EFQM) vor. Auf Grundlage dieses umfassenden Modells ließen sich Selbstbewertungen durchführen, welche eine systematische Analyse eigener Stärken und die Identifizierung von Verbesserungspotenzial zur Folge hatten und somit zum Ausgangspunkt für einen kontinuierlichen Verbesserungs- und auch Lernprozess wurden. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes war zunächst geklärt worden, inwieweit dieser Ansatz zur Selbstbewertung der Modifikation bedurfte, um den spezifischen Gegebenheiten einer WfbM gerecht zu werden (Konzeptionsphase). Durch seine Erprobung in vier WfbM wurde dann ein Prozess zur Organisationsentwicklung in den beteiligten WfbM eingeleitet. Dabei stand die Bearbeitung wesentlicher Verbesserungsprojekte im Vordergrund (Umsetzungsphase). Gegen Ende der Projektlaufzeit wurde dann der Fortgang des eingeleiteten Organisationsentwicklungsprozesses u.a. durch erneute Selbstbewertungen nachhaltig abgesichert (Stabilisierungsphase).

Forschungsbericht:
Egger, M.; Schübel, U. F.; Zink, K. J.: Abschlussbericht: Total Quality Management in Werkstätten für behinderte Menschen - Entwicklung und Erprobung eines Verfahrens zur kontinuierlichen Verbesserung von umfassender Qualität in WfbM, 2002.