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Modellversuch Qualität an Berufsbildenden Schulen (QuabS)

Laufzeit:

01.11.1999 - 31.10.2002

Kurzbeschreibung des Projektes:

Hohe Qualität der Berufsausbildung ist das Anliegen der Partner im dualen System der Berufsausbildung. In diesem Zusammenhang steht die Berufsschule vor der Herausforderung, unterschiedlichen Bedürfnissen von Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben gerecht zu werden. Dieses Vorhaben erprobte daher Möglichkeiten zur Qualitäts- und Effizienzsteigerung beruflichen Lernens und zeigte Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung von Berufsschulen auf. Hierbei ging es in erster Linie um die innere Reform der Berufsschule durch Umsetzung von Konzepten zur Qualitätsentwicklung.

In diesem Verbundprojekt der Länder Bayern und Rheinland-Pfalz wurde untersucht, welche Konzepte zur Qualitätsentwicklung für Berufsschulen geeignet sind, wie sie adaptiert und umgesetzt werden können. Ein inhaltlicher Schwerpunkt des Projekts lag auf der Erprobung des EFQM-Modells für Excellence, das auf europäischer Ebene im öffentlichen Sektor bereits erfolgreich eingesetzt wurde.
Das ITA unterstützte in diesem Zusammenhang sieben Berufsschulen in Bayern und Rheinland- Pfalz bei der Einführung der Selbstbewertung im Rahmen einer fachwissenschaftlichen Projektbegleitung.
Die Aufgaben umfassten die Information der Schulen über Ziele und Anwendungsbedingungen, die Interpretation und Übertragung der Modellinhalte auf den Kontext berufsbildender Schulen sowie die Qualifizierung von Datenerhebern und Assessoren. Damit wurden grundsätzlich die fachlichen Voraussetzungen geschaffen, um die Selbstbewertung in der Eigenverantwortung der Schulen durchführen zu können. Durch diese Stärkung der Verantwortung und Selbstständigkeit der beteiligten Schulen sowie der mitwirkenden Lehrkräfte wird die Konsensfindung innerhalb der Kollegien über Stärken und Verbesserungsbereiche unterstützt und in der Konsequenz Akzeptanz und Engagement für abgeleitete Veränderungsmaßnahmen gefördert. Gleichzeitig zwingt das Modell durch seinen breiten Betrachtungsansatz zur Auseinandersetzung mit den Interessen aller relevanten Gruppen im Ausbildungssystem. Insofern wird über die Veränderung von Unterrichtsprozessen und den Dialog aller an der Ausbildung Beteiligten versucht, auf die Qualitätsentwicklung der Ausbildungsleistung Einfluss zu nehmen.

Zur Implementierung des Selbstbewertungsprozesses standen Mitarbeiter des Instituts während der ersten Phase der Datensammlung als fachliche Ansprechpartner zur Verfügung. Sie moderierten außerdem sowohl die erste Bewertung jeder Schule zu Beginn der Projektlaufzeit und die zweite Bewertungsrunde nach Ableitung und Umsetzung von Maßnahmen innerhalb des Modellvorhabens. Als relevante Handlungsfelder nach der ersten Bewertungsrunde haben sich insbesondere die Gestaltung des Unterrichtsprozesses sowie die strukturierte Erhebung von Wünschen und Bedürfnissen der wesentlichen Interessengruppen (Schüler, Eltern, Betriebe) herauskristallisiert. Diese wurden in unterschiedlichen Verbesserungsmaßnahmen im Rahmen des Modellvorhabens angegangen und in der zweiten Bewertungsrunde einer erneuten Prüfung unterzogen.

Publikationen zu diesem Projekt:

Esser, C.; Behrens, S.: Nutzung des EFQM-Modells für Excellence im Rahmen von Schulentwicklungsprozessen. In: WUE Wirtschaft und Erziehung, 1 (2003), S. 3-9.

Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung des Modellversuchs QUABS