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InProDi - Integrierte Produkt- und Dienstleistungsentwicklung "KMU als Systemanbieter: Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit durch komplementäre Produkt- und Dienstleistungsentwicklung"

Laufzeit:

01.01.2006 - 30.09.2009

Ansprechpartner:
Kurzbeschreibung des Projektes:

Die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens, insbesondere von klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU), wird entscheidend dadurch beeinflusst, welchen Nutzen seine Produkte einem Kunden bieten. Die zunehmende Internationalisierung von Wirtschaftsbeziehungen und die immer stärker werdende Konkurrenz im produzierenden Bereich aufgrund der wachsenden Verbreitung technologischen Know-hows sind dafür maßgeblich, dass die Entwicklung und Herstellung innovativer Produkte (inkl. ergänzender Dienstleistungen) nur für einen begrenzten Zeitraum ein Alleinstellungsmerkmal bilden kann. Häufig sind ausländische Anbieter in der Lage, das notwendige Fertigungs-Know-how relativ schnell zu generieren und aufgrund der meist sehr viel niedrigeren Arbeitskosten vergleichbare Produkte wesentlich günstiger am Markt anzubieten. Insofern sind deutsche Unternehmen gezwungen, stetig Innovationen voranzutreiben, um diese Standortnachteile ausgleichen zu können.
Eine nachhaltige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit von deutschen Unternehmen soll einerseits durch die kontinuierliche Generierung von Dienstleistungs- und Produktinnovationen und der in Folge dieser Innovationen notwendigen rechtzeitigen Produktionsverlagerung „veralteter“ Produkte erst in EU-Staaten (Know-how), dann in andere erreicht werden.

Drei Forschungsziele und der darauf aufbauende Handlungsbedarf wurden in folgenden Feldern konkretisiert:

Forschungsschwerpunkt 1:

Erforschung von Konzepten zur Umsetzung einer komplementären Produkt- und Dienstleistungsentwicklung
Zukünftig werden über das eigentliche Produkt hinaus verstärkt Service- und komplementäre Dienstleistungen nachgefragt werden. Durch den Ansatz der komplementären Produkt- und Dienstleistungsentwicklung wird schon in frühen Phasen sichergestellt, dass

  • das gesamte Produkt konsistent auf Kundenbedürfnisse ausgerichtet ist,
  • eine den Anforderungen angepasste methodische und organisatorische Unterstützung vorhanden ist,
  • die Prozesse zur Erbringung der Dienstleistung adäquat festgelegt werden,
  • die Mitarbeiter den Anforderungen entsprechend qualifiziert (und motiviert) sind.

Forschungsschwerpunkt 2:

Erforschung integrierter Problemlösungen als Dienstleistung
Damit Unternehmen trotz temporärer Standortnachteile in Deutschland international wettbewerbsfähig bleiben können, müssen sie sich einerseits auf ihre klassischen Stärken besinnen und andererseits den neuen Service- und Dienstleistungsanforderungen öffnen. Produzierende Unternehmen sollen sich daher vom Produktentwickler und -hersteller zum Anbieter integrierter Problemlösungen weiterentwickeln. Hierzu war die Erforschung entsprechender, interdisziplinärer Organisationskonzepte oder aber der Aufbau von Beratungskompetenzen, die sich z. B. auf die Gestaltung der Prozesse bei Kunden beziehen, in denen ein technisches Produkt eingesetzt wird, unerlässlich.

Forschungsschwerpunkt 3:

Erforschung des Offshoring-Ansatzes als Markt für Dienstleistungen
Wie eingangs skizziert, lassen sich Zeit- und Differenzierungsvorteile bei Innovationsprozessen nur begrenzt realisieren, bevor sie durch Offshoringaktivitäten oder internationale Konkurrenz wegfallen oder reduziert werden. Da eine Umkehr dieses Trends nicht wahrscheinlich ist, wurden Konzepte benötigt, welche die resultierenden negativen Effekte möglichst nicht nur kompensieren, sondern in Vorteile für die betroffenen Unternehmen umwandeln. Anstatt passiv die wachsende Konkurrenz hinzunehmen, war die proaktive Suche und Beratung ausländischer Unternehmen zur Übernahme der Produktion nach Abschöpfung der ökonomischen Vorteile früher Phasen der Innovationsverwertung eine Möglichkeit, um entsprechende Dienstleistungen wirtschaftlich zu verwerten und Innovationsprozesse zu refinanzieren.

Bei den Partnern im Projektverbund ist zwischen Unternehmenspartnern, Forschungspartnern und Verwertungspartnern zu unterscheiden. Die Forschungspartner erarbeiteten unter Beteiligung der Unternehmenspartner die wissenschaftlichen Grundlagen, die anschließend in den Unternehmen erprobt wurden.

Der gesamte Projektverbund bestand aus neun Partnern:

  • Tehalit GmbH, Heltersberg
  • LITEF GmbH, Freiburg
  • Pallmann Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, Zweibrücken
  • Schoen + Sandt Maschinenbau GmbH, Pirmasens
  • Abbott GmbH & Co, Wiesbaden-Delkenheim
  • Institut für angewandte Arbeitswissenschaft, Köln
  • Industrie- und Handelskammer für die Pfalz, Zweigstelle Pirmasens
  • Industrie- und Handelskammer für die Pfalz, Zweigstelle Ludwigshafen, Abteilung Internationales

Die Koordination des Projektverbundes sowie dessen projektübergreifende Aktivitäten im Rahmen des Forschungsvorhabens des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Exportfähigkeit von Dienstleistungen“ wurde vom Institut für Technologie und Arbeit e.V. an der TU Kaiserslautern übernommen.

Zusätzliche Links zu diesem Projekt:

Website des Verbundprojektes InProDi
Website der Fokusgruppe Industrielle Dienstleistungen