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EDV-Arbeitsplätze für Menschen mit körperlichen Behinderungen

Laufzeit:

01.06.1994 - 31.08.1998

Ansprechpartner:
Kurzbeschreibung des Projektes:

Der steigende Anteil Schwerstkörper- und Mehrfachbehinderter stellt Werkstätten für Behinderte vor das Problem, geeignete Betätigungsfelder zu finden, die dem Leistungsvermögen dieser Gruppe entsprechen. Klassische Arbeitsbereiche innerhalb der Werkstätten wie z.B. Holz- und Metallbearbeitung, Montage, Verpackung oder Versand erfordern manuelle Fähigkeiten, die bei Schwerstkörper- und Mehrfachbehinderten kaum vorhanden sind. Dagegen sind die kognitiven Fähigkeiten in vielen Fällen gar nicht oder kaum beeinträchtigt, so dass auch hier ein Bedarf für neue Arbeitsbereiche besteht.

EDV-Arbeitsplätze können bei geeigneten Tätigkeitsfeldern und entsprechender Arbeitsplatzgestaltung eine Lösung dieses Problems darstellen. In vielen Fällen kann der Computer Arbeitsmittel und technische Hilfe zugleich sein. Vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten auf Software-Basis stellen alternative Eingabe- und Ausgabemöglichkeiten zur Verfügung, die kostengünstig und zugleich mobil, also auch auf andere Computer übertragbar, sind. Zusätzlich wird diese Palette durch hardwareseitige Erweiterungen ergänzt, um auch bei Behinderungen mit starken Einschränkungen der Motorik oder bei sensorischen Behinderungen Zugangsmöglichkeit zum Computer zu schaffen. Damit stehen Menschen mit Behinderungen prinzipiell alle Tätigkeitsfelder offen, die auf der Arbeit mit Computern beruhen. Fehlende oder eingeschränkte Motorik oder Mobilität verliert daher an EDV-Arbeitsplätzen ihre leistungsbestimmende Funktion.

Das Forschungsprojekt "EDV-Arbeitsplätze für Menschen mit körperlichen Behinderungen" bestand aus zwei Projektphasen. Die Vorbereitungsphase diente primär der Aufarbeitung des State-of-the-Art. Der dazugehörende Zwischenbericht widmet sich den Aspekten der Anpassung von Computerarbeitsplätzen an die Bedürfnisse behinderter Menschen (Datenübertragungstechnologie, Mensch-Maschine-Schnittstellengestaltung, Software-Gestaltung). Der zweite Projektabschnitt beschäftigte sich mit konkreten Umsetzungsmöglichkeiten zur Schaffung von EDV-Arbeitsplätzen und deren exemplarischer Beschreibung (Auswahl und Ausbildung geeigneter Mitarbeiter, Auswahl geeigneter Betätigungsfelder, Auswahl an Hard- und Software, Umsetzungsempfehlungen). In zwei Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) wurden EDV-Arbeitsplätze eingerichtet und entsprechende Dienstleistungen im Portfolio dieser Werkstätten aufgenommen.

Das Projekt war darüber hinaus Initiator für weitere Projekte des Instituts, insbesondere für die Projekte "Verbesserung der beruflichen Integrationschancen durch systematische Qualifizierung in WfbM (CAPADAPT)", "Entwicklung eines Gefährdungsanalyse-Instrumentariums zur Beurteilung von EDV-Arbeitsplätzen für Beschäftigte mit und ohne Behinderungen" und "E-Business in Werkstätten für behinderte Menschen in Rheinland-Pfalz".

Publikation:
Weber, H.; Zink, K. J.: EDV-Arbeitsplätze für Menschen mit körperlichen Behinderungen . Kaiserslautern: Institut für Technologie und Arbeit, 1998.