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Betriebliches Gesundheitsmanagement in niedersächsischen Unternehmen

Laufzeit:

01.10.1996 - 30.09.2004

Kurzbeschreibung des Projektes:

Im Rahmen einer Forschungskooperation der AOK Niedersachsen, der WHO, Kopenhagen, des Instituts für Technologie und Arbeit, Kaiserslautern sowie ca. 40 niedersächsischer Unternehmen sollte geklärt werden, inwieweit finanzielle Anreize Unternehmen dazu veranlassen können, die betriebliche Gesundheitssituation durch geeignete Managementsysteme nachhaltig zu verbessern. Unternehmen, die die erforderlichen strukturellen Rahmenbedingungen geschaffen und nachweislich wirkungsvolle Maßnahmen zur Gesundheitsförderung umgesetzt haben, erhalten als Anerkennung - ebenso wie ihre (AOK-versicherten) Mitarbeiter - eine prospektive Beitragsermäßigung von einem Zwölftel des AOK-Jahresbeitrages. Der Beitragsbonus ist auf ein Jahr begrenzt und wird auf der Grundlage einer jährlichen umfassenden Bewertung des betrieblichen Gesundheitsmanagementsystems gewährt.

Die Projekte waren darauf ausgerichtet, Gesundheit und Zufriedenheit in Unternehmen nachhaltig zu verbessern, dadurch die Leistungsfähigkeit einer Organisation zu steigern und gleichzeitig einen Beitrag zur Kostensenkung im Gesundheitswesen zu leisten. Die in Niedersachsen erzielten Erfolge waren dafür maßgeblich, dass die WHO diesen Ansatz im Jahr 2000 als einen der weltweit innovativsten zur Gesundheitsförderung ausgezeichnet hat und die Bundesregierung 2003 im Rahmen des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes Bonusregelungen auf der betrieblichen Ebene gesetzlich zugelassen hat. 2001 wurden analoge Projekte in Hessen und Rheinland-Pfalz gestartet. Ziel war es, die in Niedersachsen erarbeiteten Konzepte konsequent weiterzuentwickeln.

Die am Institut für Technologie und Arbeit durchgeführten Forschungsarbeiten dienten dazu, Hilfsmittel zur praktischen Umsetzung integrativer, betrieblicher Gesundheitsmanagementansätze zu entwickeln, ein Bewertungsverfahren zu konzipieren, mit dessen Hilfe die Entscheidung über die Gewährung des Bonus getroffen und begründet werden kann sowie eine Evaluation des Gesamtansatzes durchzuführen.

Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass die konsequente Umsetzung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements gleichzeitig Vorteile für Unternehmen, Krankenversicherungen und die einzelnen Mitarbeiter bringt. Der breite, systematische Zugang zum Thema Gesundheit erhöht die Chancen, die wahren Ursachen für Gesundheitsprobleme zu identifizieren und effektiv zu beseitigen. Die strategische Positionierung des Themas Gesundheit sensibilisiert Entscheidungsträger in Unternehmen für Fragen der Gesundheit und erhöht insgesamt deren Stellenwert im Betrieb. Der Beitragsbonus hat sich in zweierlei Hinsicht als treibende Kraft erwiesen: Zum einen fördert er die Bereitschaft von Unternehmen, sich umfassend mit dem Thema Gesundheit auseinander zu setzen. Zum anderen "zwingt" die jährliche Neubewerbung um den Beitragsbonus Unternehmen in einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Dieser ist von maßgeblicher Bedeutung für eine dauerhafte Verankerung des betrieblichen Gesundheitsmanagements.