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IN²: Innovative Formate zur Integration von Zuwanderern in Regionen mit hohen demografischen Herausforderungen

Laufzeit:

01.05.2017 - 30.04.2020

Ansprechpartner:
Weitere an dem Projekt beteiligte Mitarbeiter:
Kurzbeschreibung des Projektes:

Das Projekt „IN²“ erarbeitet innovative und praxisnahe Lösungsansätze zur dauerhaften Integration von Flüchtlingen und anderen Zuwanderern in peripheren Räumen. Neben der Erforschung zentraler Integrationsfaktoren initiieren Wissenschaft und Praxis neue Dialog- und Kooperationsformate. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt im Rahmen von „Kommunen innovativ“. Diese Fördermaßnahme unterstützt Kommunen, die im Verbund mit Wissenschaft nachhaltige Strategien für Ortsentwicklung, Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen erforschen und anwenden.

Der Zuzug von Migranten ist bisher zumeist ein Thema städtischer Regionen. Dabei bietet die aktuelle Zuwanderung eine Zukunftschance für strukturschwache und ländliche Regionen, die sich in besonderem Maße mit den Auswirkungen des demografischen Wandels auseinandersetzen müssen. Für Migranten ergeben sich hier wiederum im Vergleich zu anonymen Großstädten bessere Integrationspotenziale, z.B. durch die „Nähe“ zu den Einwohnern oder die starke Rolle der Vereine. Im Projekt „IN²“ greifen zwei rheinland-pfälzische Verbandsgemeinden Gerolstein und Rockenhausen diese Chancen auf, um gemeinsam mit Wissenschaftlern des Instituts für Technologie und Arbeit e.V. und des Lehrstuhls Stadtplanung der Technischen Universität Kaiserslautern innovative und praxisnahe Lösungsansätze für eine dauerhafte Integration von Zuwanderern zu erarbeiten

Das ausgeprägte Interesse der Gemeinden an einer langfristigen Integration stützt sich auf bestehende haupt- und ehrenamtliche Initiativen vor Ort, die im Projekt vernetzt und in die Entwicklung von neuen Ansätzen einbezogen werden.

Im Fokus der wissenschaftlichen Arbeit steht die Analyse von Förder- und Hemmfaktoren sowie Rahmenbedingungen für ein dauerhaftes Bleiben der Migranten in ländlichen Regionen. Betrachtet werden u.a. Aspekte der räumlichen Verteilung von Flüchtlingen, der Arbeitsmarktintegration oder der sozialen und kulturellen Teilhabe.

Die Gemeinden Gerolstein und Rockenhausen bewerten den dauerhaften Verbleib der Zuwanderer angesichts der kontinuierlich zurückgehenden Bevölkerungszahlen als Chance für eine nachhaltige Zukunft. Durch die Bündelung der Integrationsaktivitäten und die Entwicklung von innovativen Lösungen sollen hier bereits während der Projektlaufzeit direkte Verbesserungen erreicht werden. Weiterhin werden Möglichkeiten untersucht, um entwickelte  Strukturen auch nach Projektende fortführen zu können.

Durch die Verknüpfung der Themen „Integration von Zuwanderern“ und „Demografischer Wandel“ beschreitet „IN2“ neue Wege einer zukunftsfähigen Kommunal- und Regionalentwicklung. Dabei werden im Projekt zwei Pfade verfolgt: Vernetzung und Verstetigung lokaler Aktivitäten und Erforschung der Faktoren für eine erfolgreiche Integration.

Gemeinsam mit Praxisakteuren vor Ort erarbeiten und erproben Kommunen und Wissenschaft innovative Lösungsansätze, um das außerordentliche Engagement bei der Erstaufnahme und -versorgung von Flüchtlingen in mittel- bis langfristige Strategien zur dauerhaften Integration auszubauen. In einem neuartigen methodischen Ansatz werden lokale Akteure aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in die Entwicklung von sogenannten „Crowd-Solutions“-Formaten einbezogen, in denen Ressourcen, Kompetenzen und Ideen gebündelt und weiterentwickelt werden. In lokalen und regionalen Arbeitsgruppen sowie in regelmäßigen Strategiegesprächen zwischen den Bürgermeistern, den Gemeinderäten und weiteren kommunal- und regionalpolitischen Vertretern werden neue Ideen bzw. Lösungen für die Integration von Zuwanderern entwickelt. In beiden Gemeinden werden speziell hierfür Prozessbegleiter angestellt und von Forschungspartnern ausgebildet. Parallel untersuchen die Wissenschaftler mit Hilfe von verschiedenen Erhebungsformaten konkrete Einflussfaktoren auf das Verbleiben der Zuwanderer im ländlichen Raum.

Die Erfahrungen und Erkenntnisse des Projekts fließen zudem – unterstützt durch eine fortlaufende Prozess- und Ergebnisevaluation – in die Entwicklung eines Praxisinstrumentariums zur Prozessmoderation und Netzwerkbildung ein. Ein Praxisleitfaden zur Integration bündelt übertragbare Ergebnisse für Kommunen, die vor ähnlichen Herausforderungen des demografischen Wandels stehen.

Die Posterpräsentation des Projekts können Sie Initiates file downloadhier abrufen.

 

 

Förderer/Mittelgeber:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen von „Kommunen innovativ

 

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Kooperationspartner:

TU Kaiserslautern, Lehrstuhl Stadtplanung

Verbandsgemeinde Gerolstein

Verbandsgemeinde Rockenhausen