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Benchmarking der Demografiefestigkeit im Handwerk

Laufzeit:

01.01.2016 - 31.12.2016

Ansprechpartner:
Weitere an dem Projekt beteiligte Mitarbeiter:
Kurzbeschreibung des Projektes:

Mit Hilfe eines Benchmarking-Ansatzes sollen die teilnehmenden Handwerksbetriebe in die Lage versetzt werden, ihre Aufstellung bezogen auf die Herausforderungen des demografischen Wandels einzuschätzen. Durch einen systematischen Vergleich in den Themenbereichen der zukunftsfähigen Arbeit wird eine Standortbestimmung der eigenen Aktivitäten gegenüber anderen Handwerksbetrieben ermöglicht, die unter anderem als Ausgangspunkt für eine datenbasierte Strategieentwicklung genutzt werden können. Darüber hinaus ermöglicht ein moderierter Austausch unter den teilnehmenden Betrieben von den erfolgreichen Ideen der Besten zu lernen und sich für die Herausforderungen der Zukunft besser aufzustellen. 

Problemaufriss:
Besondere Eigenschaften im Handwerk sind eine zum Großteil ausgeprägte kleinbetriebliche Struktur und eine bereits heute sehr angespannte Situation hinsichtlich der Fachkräfte- und Auszubildendenrekrutierung. In rund 30.500 Handwerksbetrieben in Rheinland-Pfalz sind insg. 210.000 Mitarbeiter beschäftigt, etwa ein Drittel der Beschäftigten arbeitet in Betrieben mit über 50 Mitarbeitern (vgl. Statistisches Landesamt RLP, 2009). Laut Arbeitgeberbefragungen sind Handwerker neben den Facharbeitern die am stärksten vom Fachkräftemangel betroffene Berufsgruppe. Viele Betriebe haben Schwierigkeiten in der Stellenbesetzung aufgrund fehlender Bewerber oder unzureichender Fachkenntnisse. Darüber hinaus weisen die Handwerksberufe überdurchschnittlich hohe Fehlzeiten auf und verzeichnen hohe Ausfallraten insb. aufgrund hoher körperlicher Belastungen. Es besteht demzufolge ein hoher Bedarf, Handwerksbetriebe in die Lage zu versetzen, als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb attraktiv für Bewerber zu sein, sowie die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter zu fördern.
Aufgrund der kleinen Betriebsgrößen verfügen Handwerksbetriebe in der Regel nicht über das Personal, um systematische Gesundheitsförderung und Personalentwicklung umsetzen zu können. Daher müssen Lösungen verbreitet werden, die bereits im Handwerk erprobt und erfolgreich eingesetzt wurden. Hier besteht ein hoher Bedarf, Handwerksbetrieben möglichst niedrigschwellig einsetzbare Lösungen zu vermitteln, deren praktischer Einsatz idealerweise ganz konkret bei einem anderen Handwerksbetrieb in der Nähe in Augenschein genommen werden kann.
Außerdem fehlt es in Handwerksbetrieben an einfach nutzbaren Analyse- und Controlling-Instrumenten. Da die Betriebsleitung in der Regel stark ins operative Tagesgeschäft involviert ist, fehlt es an Zeit, systematisch einschlägige Personal- und Gesundheitskennzahlen zu erheben und im Blick zu behalten. Zudem ist das breite Themenspektrum von Gesundheits-förderung, Fachfortbildung, Arbeitsgestaltung u.v.m. kaum zu überblicken. Daher besteht ein hoher Bedarf an Analyseinstrumenten, die einfach, aber dennoch themenspezifisch de-tailliert Auskunft geben können über Stärken und Entwicklungsbedarfe des Betriebs und die auch nach Projektende einsetzbar bleiben.

Forschungs- und Entwicklungsziel:
Das Gesamtziel des Vorhabens ist die Steigerung des Situations- und Umsetzungswissens in KMU zur Verbesserung der Demografiefestigkeit sowie die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter der teilnehmenden KMU. Konkret zielt das Projekt darauf ab, das für die Sozialwirtschaft entwickelte Benchmarking-Verfahren zur Messung der Demografiefestigkeit für einen Einsatz in Handwerksbetrieben weiterzuentwickeln, die Demografiefestigkeit von ausgewählten Handwerksunternehmen zu messen, durch den Vergleich die Besten in den verschiedenen  Themenfeld zu identifizieren sowie den Austausch guter Lösungsansätze zu unterstützen. Die Unternehmen können ihre Verbesserungsbedarfe hin zum demografiefesten Unternehmen mit Hilfe der Benchmark-Ergebnisse datenbasiert analysieren und sich mit anderen Betrieben zu Best-Practice-Ansätzen austauschen.

Methodenansatz:
Um einen Mehrwert für die teilnehmenden Handwerks-Betriebe zu generieren und ihre Demografiefestigkeit zu ermitteln bzw. zu verbessern, wird ein Benchmarking-Verfahren angewandt. Durch den systematischen Vergleich von Ergebnissen, Prozessen und Strukturen mit anderen Handwerks-Betrieben wird es möglich, von den Besten zu lernen und die eigene Demografiefestigkeit kontinuierlich zu verbessern. Das Instrument ist mit wenig Aufwand einsetzbar, liefert konkret datenbasierte Ergebnisse und Vergleichswerte anderer Betriebe, ist leicht verständlich aufbereitet, fasst zentrale Ergebnisse zusammen und ist geeignet als Grundlage zur gezielten Verbesserung. Im Fokus der detaillierten Analyse stehen die Faktoren der Demografiefestigkeit (in allen Themenfeldern der Zukunftsfähigen Arbeit, u.a. Kompetenzerhalt und -entwicklung der Mitarbeiter, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitsorganisation, Führung und Kommunikation, Personalgewinnung und Arbeitgeberattraktivität). Ein überbetrieblicher Austausch von Ansätzen guter Praxis, die in den Betrieben bereits umgesetzt werden und sich im Benchmarking als erfolgreich bewiesen haben, ermöglicht abschließend die individuelle Weiterentwicklung der Handwerks-Betriebe auf dem Weg zum Demografiefestigkeit.


Zukunftsfähige Arbeit in Rheinland-Pfalz http://www.za-rlp.de/startseite.html

 

Förderer/Mittelgeber:

Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie

 

Europäischer Sozialfonds

     

 

Zukunftsfähige Arbeit

  

 

 

Kooperationspartner:

Mainzer Kompetenz Initiativen eV

 

Dienstleistungszentrum Handwerk