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Initiative "Die Pfalz macht sich/dich stark – Wege zur Resilienz"

Laufzeit:

01.01.2015 - 31.12.2024

Ansprechpartner:
Weitere an dem Projekt beteiligte Mitarbeiter:
Kurzbeschreibung des Projektes:

Um die seelische Gesundheitsversorgung nachhaltig zu verbessern, sind mehr Ressourcen für Prävention und eine bessere Koordination aller relevanten Akteure vonnöten. Eine interdisziplinäre Initiative in der Pfalz hat es sich auf die Fahnen geschrieben, unter anderem auch die öffentliche Meinung zu diesem Thema zu verändern.

Im Bereich der seelischen Gesundheit wird die Notwendigkeit des Wandels hin zu mehr Prävention besonders deutlich. Der Blick auf die aktuellen Diskussionen zu (seelischen) Belastungen am Arbeitsplatz und deren Folgen zeigt, dass die Lösung der zutage tretenden gesellschaftlichen Probleme nur unter Berücksichtigung aller relevanten Gruppen und Teilsysteme gelingen kann. Ein rein auf „Reparatur“ ausgerichtetes Gesundheitssystem ist hiermit heillos überfordert.

Ausgangspunkt für die Aktivitäten der Initiative ist die Zusammenarbeit mit dem FrameWorks Institute, einer Kommunikationsforschungs-Organisation aus den USA. Das Besondere an deren Arbeit: Es geht nicht um eine gute Kampagne oder einen spektakulären Werbeauftritt, sondern um die Analyse der Faktoren, die bewirken, wann und auf Basis welcher Rahmen („Frames“) eine Botschaft oder eine Information ankommt. Es geht somit auch um die wertebasierten, soziokulturellen Zusammenhänge von Kommunikation zu sozialen Themen, die der Begriff „social communication“ umschreibt.

Denn Kommunikation ist fähig, dem Denken neue Wege zu eröffnen. Dies wird als „Framing“ bezeichnet. Das richtige „Framing“ hält den Schlüssel bereit zu einem neuen Verständnis von seelischer Gesundheit und Prävention in der Öffentlichkeit, zu einer veränderten öffentlichen Meinung und womöglich zu einer Systemreform.

Auf Basis dieser Erkenntnisse gründete sich in der Pfalz die Initiative „Die Pfalz macht sich/dich stark – Wege zur Resilienz“. Die Federführung liegt beim Pfalzklinikum; beteiligt sind vielfältige Akteure, zum Beispiel Vertreter des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim, des Instituts für Technologie und Arbeit e.V. in Kaiserslautern und der Universität Koblenz-Landau. Die Experten schlossen sich zusammen, um seelischen Erkrankungen in der Pfalz künftig stärker vorzubeugen, die Gesundheitsversorgung also nachhaltig zu verbessern.

Schlüssel dazu ist aus Sicht des Teams die Förderung von Resilienz. Das ist die Fähigkeit, mit Veränderungen sowie den Höhen und Tiefen des Lebens gut umzugehen und sich auch unter widrigen Bedingungen zu entwickeln. Ein zentraler Unterschied zu anderen Resilienz-Ansätzen besteht in der Überzeugung: Nicht nur für Einzelne gilt es, stärkende Faktoren aufzubauen und Risiken zu reduzieren – auch Organisationen (Unternehmen, Schulen usw.) und Gemeinden beziehungsweise Städte können Resilienz fördern und kultivieren. Die Vision des Teams ist eine resiliente Region im Jahr 2025. Das Bündnis arbeitet aktuell an konkreten Aktivitäten und Netzwerken in den Bereichen „Theorie und Therapie“, „Organisation und Arbeit“ und „Community und Public Health“. Schon heute gibt es eine Vielzahl von Aktivitäten, Projekte zur Verbesserung der seelischen Gesundheit am Arbeitsplatz, in der Region. Um Gesundheitssystem und Gesellschaft sowie die öffentliche Meinung zum Thema seelische Gesundheit und Prävention wirklich nachhaltig zu verändern, kooperiert die Gruppe mit dem FrameWorks Institute. Dieses wird eine klare, auf die Veränderung der öffentlichen Meinung ausgerichtete Kommunikationsstrategie ausarbeiten, um sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Entscheidungsträger in Unternehmen und Politik zu erreichen und den Diskurs in eine produktive Richtung zu lenken.

In einigen Jahren sollen sich Einstellungen und Strukturen beim Thema seelische Gesundheit in der Pfalz spür- und messbar verändert haben und präventive beziehungsweise gesunderhaltende Maßnahmen ausgebaut sein.

Download des vollständigen Artikels von Paul Bomke und Marina Mandery (GesundheitsWirtschaft, 9. Jahrgang, 4/15, August/September 2015): Initiates file downloadPaul Bomke_Marina Mandery- Der richtige Rahmen.pdf

Onlineversion des ebooks "Ways to resilience" von Harald Weber, Regina Osranek, Birgit Fuchs, Andres Fernandez und Paul Bomke: Opens external link in new windowLink zum ebook

Zur Webseite der Initiative: Opens external link in new windowwww.resilienz-pfalz.de 

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