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WfbM-Benchmarking der Teilhabe am Arbeitsleben

Laufzeit:

01.01.2015 - 31.12.2020

Ansprechpartner:
Weitere an dem Projekt beteiligte Mitarbeiter:
Kurzbeschreibung des Projektes:

Das „WfbM-Benchmarking der Teilhabe am Arbeitsleben“ basiert auf dem vorangegangenen Projekt Benchmarking der Förderungs- und Rehabilitationsqualität in Werkstätten für behinderte Menschen (Reha-Benchmarking) und wurde in den Jahren 2013 und 2014 unter wissenschaftlicher Leitung des ITA in enger Kooperation mit teilnehmenden Werkstätten grundlegend weiterentwickelt.

Benchmarking ist der systematische, datenbasierte Vergleich von Organisationen, der darauf abzielt, "von den Besten" zu lernen und die Qualität der eigenen Leistungserbringung kontinuierlich zu verbessern. Das „WfbM-Benchmarking der Teilhabe am Arbeitsleben“ ist ein Managementinstrument, das Werkstätten ermöglicht, die Qualität ihres Beitrags zur Teilhabe beeinträchtigter Menschen am Arbeitsleben zu erheben, im Vergleich mit anderen Werkstätten zu bewerten und datenbasiert weiterzuentwickeln.

Teilnehmende Werkstätten messen – ausgehend von einer gemeinsam verabschiedeten Qualitätsdefinition der Teilhabe am Arbeitsleben – sowohl über Kennzahlen als auch über die Befragung von Mitarbeitern mit Behinderung  die Qualität ihrer Leistungserbringung. Die subjektive Einschätzung durch die Mitarbeiter gehört nach dem Verständnis der Kooperationspartner ebenso wie die objektive Messung unabdingbar zur Qualitätsbewertung dazu. So kann jedes Qualitätsziel, sei es beispielsweise die „Ermöglichung lebenslangen Lernens durch differenzierte Bildungsangebote“ oder die „Teilhabe am Arbeitsleben durch differenzierte Arbeitsangebote“ aus zwei Perspektiven beurteilt werden. Zusätzlich ermöglichen sogenannte „Checklisten“ einen strukturierten Austausch zu ausgewählten Themen wie Integrationsmanagement und Inklusion.

Die Qualitätsmessungen sind als einheitliche Selbstmessungen konzipiert. Ebenso erfolgt die Befragung der Mitarbeiter durch geschulte Interviewer in der Werkstatt selbst. Beides fördert die Sensibilisierung des Fachpersonals für Verbesserungspotenziale innerhalb der eigenen Werkstatt und unterstützt den Qualitätsförderungsprozess. Intensive Schulungen, einheitliche Messinstrumente und verbindliche Richtlinien zur Umsetzung der Messung stellen eine hohe Datenqualität sicher. Nur so kann eine hohe Aussagekraft und die Vergleichbarkeit der Daten gewährleistet werden.

Die statistische Auswertung und Aufbereitung der Daten übernimmt die zentrale Auswertungsstelle am ITA. Dabei wird sowohl ein Quer- als auch ein Längsschnittdesign genutzt. Die Daten werden anonymisiert ausgewertet, sodass die Identität einer Werkstatt nur dann preisgegeben wird, wenn sie dies wünscht.

Bei Interesse am Lernen voneinander bzw. am "Lernen von den Besten" können WfbM entweder an moderierten, zweitägigen Workshops teilnehmen oder sich in eine Lernpartnerschaft mit einer von ihnen ausgewählten Werkstatt vermitteln lassen. Während bei den Lernpartnerschaften ein Austausch zweier Werkstätten ohne externe Begleitung stattfindet, ermöglicht der Workshop eine strukturierte Analyse ausgewählter Auswertungsergebnisse der teilnehmenden Werkstätten in einer offenen und lernorientierten Atmosphäre. Prozesse und Strukturen, die den Ergebnissen zugrunde liegen, können in diesem Rahmen ausführlich diskutiert werden. 

Im regelmäßig stattfindenden "Forum Benchmarking" wird der Forschungsbedarf des Kennzahlensystems wie auch der der Projektumsetzung systematisch erfasst und diskutiert. Notwendige Adaptionen werden in dezidierten Arbeitsgruppen unter wissenschaftlicher Leistung des ITA erarbeitet. Dieses Verfahren stellt sicher, dass die Messung auch weiterhin den Bedürfnissen der Werkstätten entspricht, die Balance zwischen erkenntnisinduzierter Anpassung und Stabilität aber gewahrt bleibt. Werkstätten liegt damit ein wichtiges Instrument zur Unterstützung des Qualitätsmanagements vor, das detaillierte Informationen über Stärken und Verbesserungspotenziale der Rehabilitations- und Teilhabeleistungen in der Werkstatt liefert und einen Abgleich mit der strategischen Ausrichtung der Werkstatt ermöglicht.

Der Einstieg interessierter Werkstätten ist grundsätzlich jederzeit möglich. Zurzeit nehmen 19 Werkstätten aus 6 Bundesländern am Opens internal link in current window„WfbM-Benchmarking der Teilhabe am Arbeitsleben“ teil.

 

Publikationen:

Arnold, M., Eierdanz, F.; Kammann, C., Inklusive Werkstatt? Möglichkeiten der Selbstreflexion und Weiterentwicklung; Vortrag Werkstätten:Messe 2016

Blaudszun-Lahm, A., Päpke, T., Schmanke A.: Qualität der Teilhabe am Arbeitsleben als ein wesentlicher Beitrag der Werkstätten zur Inklusion; Vortrag Werkstätten:Messe 2015

Blaudszun-Lahm, A.; Eierdanz, F.; Weber, H.: Benchmarking der Teilhabe: Wie meistern Werkstätten die Herausforderungen der UN-Konvention?; In: Werkstatt:Dialog, 2014 (6), S. 44-46

Blaudszun-Lahm, A.; Eierdanz, F.; Weber, H.: WfbM-Benchmarking der Teilhabe am Arbeitsleben; In: Klarer Kurs, 2014 (4), S. 40-41

Blaudszun-Lahm, A.; Eierdanz, F.; Weber, H.: Wie beurteilen Menschen mit psychischer Behinderung als „Kunden“ die Rehabilitationsqualität?; In: Kerbe – Forum für soziale Psychiatrie, Jg. 31, 2013 (1), S. 9-12

Blaudszun-Lahm, A.; Eierdanz, F.; Weber, H.: Die Qualität beruflicher Rehabilitation aus Sicht der „Kunden“ - Ergebnisse aus Befragungen von über 10.000 Mitarbeitern mit Behinderungen;  In: Zeitschrift für Arbeitswissenschaft,  Jg. 65, 2011 (4), S. 312-332

Blaudszun-Lahm, A.; Eierdanz, F.; Weber, H.: Werden Werkstattbeschäftigte erfolgreich gefördert? In: ConZepte, Informationen, Standpunkte und Diskussionen aus der Gesundheits- und Sozialwirtschaft, Jg. 5, 2010 (2), S. 22 - 25

Weber, H.; Eierdanz, F.; Blaudszun-Lahm, A.: Verbesserung beruflicher Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen - Ein Benchmarking-Ansatz zur Verbesserung der Qualität rehabilitativer Dienstleistungen in Werkstätten für behinderte Menschen, in: Neue Arbeits- und Lebenswelten gestalten, 56. Kongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft, 24. bis 26. März 2010, S. 339-342

Weber, H.: Benchmarking der Förderungs- und Rehabilitationsqualität in Werkstätten für behinderte Menschen (Reha-Benchmarking), Vortrag auf dem Werkstättentag 2008