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Bildungs- und Qualifizierungsmanagement

Laufzeit:

15.05.2010 - 31.03.2012

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Weitere an dem Projekt beteiligte Mitarbeiter:
Kurzbeschreibung des Projektes:

Qualifizierung und Bildung sind zentrale Aktions- und Aufgabenfelder von Werkstätten. In vielen Einrichtungen – sowohl in WfbM als auch in sonstigen Einrichtungen, etwa Berufsförderungswerken, Berufsbildungswerken, Integrations­fachdiensten und im Kontext der Unterstützten Beschäftigung – haben sich vorbildliche Ansätze zur begleitenden Förderung von Menschen mit Behinderungen entwickelt. Ziel dieses Forschungsprojektes war es daher, modellhaft gute Ansätze der Beruflichen Bildung und Qualifizierung für diese Zielgruppe zu erforschen, aufzuarbeiten und mit den am Modellprojekt teilnehmenden WfbM zu erproben. Eine abschließende Evaluation sowie die Formulierung eines Abschluss­berichtes sollten dazu beitragen, eine breite Umsetzungsfähigkeit der Forschungserkenntnissse zu gewährleisten.

Die vorgesehenen Aktivitäten im Forschungsprojekt stellten zwei Zielgruppen von Qualifizierung und Bildung in den Vordergrund: die Werkstattmitarbeiterinnen und -mitarbeiter einerseits und das Fachpersonal in der WfbM andererseits.

Im Hinblick auf Werkstattmitarbeiterinnen und -mitarbeiter wurden drei inhaltliche Zielrichtungen verfolgt

  1. Bildung und Qualifizierung im Hinblick auf zukunftsträchtige Arbeitsfelder in der WfbM,
  2. Qualifizierung leistungsschwächerer Mitarbeiter dahingehend, dass der Weggang leistungsstärkerer Mitarbeiter aus der Werkstatt kompensiert werden kann, sowie
  3. arbeitsmarktnahe und -relevante Qualifizierung vor dem Hintergrund regionaler Bedarfe zur Steigerung der Vermittlungsfähigkeit geeigneter Werkstattmitarbeiter und zur Vorbereitung, um Menschen mit Behinde­rungen ggf. in das Budget für Arbeit führen zu können.

Das Fachpersonal wurde hinsichtlich der Umsetzung eines Bildungsprozess­manage­ments befähigt. Eine systematische Verankerung und Umsetzung des Bildungsprozesses in der WfbM konnte somit unterstützt werden. Das Bildungsprozessmanagement umfasste folgende Schritte:

  1. Erforschung des Bildungs- und Qualifizierungsbedarfse innerhalb der WfbM (perso­nen- und auftragsbezogen, Fähigkeits- und Anforderungsaspekte)
  2. Erforschung des Qualifikationsbedarfs außerhalb der WfbM (nachfrage-/wirtschaftsbezogen; Anforderungsaspekte) unter Berücksichtigung der o. g. Mega­trends
  3. Ableitung des Qualifizierungs- und Weiterbildungsbedarfs der Mitarbeiter
  4. Programmplanung unter Berücksichtigung individueller Lernpfade
  5. Erforschung von operationalisierbaren Ansätzen für ein internes (und ggf. auch externes) Bildungsmarketing
  6. Maßnahmenplanung, Veranstaltungsdurchführung und -evaluation
  7. Evaluation und Bildungscontrolling/Programmrevision

Bei der Suche nach Beispielen „Guter Praxis“ spielten bereits existierende Platt­formen wie bspw. die Ressourcen der Aktion Bildung oder auch die Werkstätten­messe mit ihrem Kongressangebot eine zentrale Rolle. Aber auch WfbM-externe Anbieter geeigneter Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote fanden Berücksich­tigung. Ein Projektfokus wurde auch darauf gelegt, die Verknüpfung von beruflicher Bildung der Werkstattmitarbeiter mit Regelstrukturen (Berufsschulen, VHS etc.) zu prüfen und zu erproben, um der Forderung nach Inklusion stärker Rechnung zu tragen

Darüber hinaus ging es darum, Effizienzpotenziale im Rahmen der Vermittlung von Qualifizierung und Bildung auszuleuchten, um die „Qualifizierungsoffensive“ auch dann weiter verfolgen zu können, wenn hoher Produktionsdruck oder eine hohe Auslastung im Dienstleistungsbereich vermeintlich keine ausreichenden Freiräume dafür belassen. Schließlich ging es auch darum, Netzwerke mit anderen Akteuren zu (re-)aktivieren und zu pflegen, um Qualifizierung und Bildung zu einer gemeinschaftlichen Aufgabe zu erheben, die die besten Erfolge dann erzielen kann, wenn alle an Qualifizierung und Bildung Beteiligten oder davon profitierenden Akteure mit einbezogen werden.