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Benchmarking der Förderungs- und Rehabilitationsqualität in Werkstätten für behinderte Menschen (Reha-Benchmarking)

Laufzeit:

01.01.2006 - 31.03.2015

Ansprechpartner:
Weitere an dem Projekt beteiligte Mitarbeiter:
Kurzbeschreibung des Projektes:

Unter der wissenschaftlichen Leitung des Institutes für Technologie und Arbeit (ITA) an der Technischen Universität Kaiserslautern haben sieben Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) des DRK-Landesverbandes Nordrhein im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojektes ein Kennzahlensystem zur Abbildung der Förderungs- und Rehabilitationsqualität erarbeitet.
Dieses Instrument wird seit Abschluss des Forschungsprojektes 2005 kontinuierlich durch neu gewonnene wissenschaftliche Erkenntnisse weiterentwickelt. Zurzeit beteiligen sich 19 Werkstätten am Reha-Benchmarking (Stand November 2010).

Benchmarking ist der systematische, datenbasierte Vergleich von Organisationen, der darauf abzielt, "von den Besten" zu lernen und die Qualität der eigenen Leistungserbringung kontinuierlich zu verbessern.

Dadurch erhalten Teilnehmer detaillierte Informationen über Stärken und Verbesserungspotenziale der Rehabilitations- und Förderungsleistungen in der Werkstatt. Im Sinne einer Standortbestimmung sehen sie die Ergebnisse der eigenen Werkstatt im Vergleich mit anderen Werkstätten und treten bei Bedarf in einen effizienten, strukturierten Prozess des Lernens voneinander bzw. vom "best in class" oder "best in process" ein.

Die vorliegenden Qualitätsmessungen ermöglichen eine umfassende Beurteilung der Leistungsqualität, da diese sowohl über "objektive" Indikatoren für Förderungs- und Rehabilitationsqualität als auch über das "subjektive" Erleben der Mitarbeiter selbst abgebildet wird. Seit Abschluss des vorangegangenen Forschungsprojektes wird das bestehende Kennzahlensystem durch Erforschung weiterer geeigneter Kennzahlen ergänzt. In aufwändigen Pretest-Verfahren werden diese zunächst erprobt und mehrfach adaptiert, bevor sie in das Kennzahlensystem aufgenommen werden.

Die Datenerhebung erfolgt auf der Basis einheitlicher, zeitgleicher Selbstmessungen sowie durch die Umsetzung standardisierter Befragungen durch die teilnehmenden Werkstätten.
Dies fördert die Sensibilisierung des Fachpersonals für Verbesserungspotenziale innerhalb der eigenen Werkstatt und unterstützt den Qualitätsförderungsprozess. Intensive Schulungen, einheitliche Messinstrumente und verbindliche Richtlinien zur Umsetzung der Messung stellen eine hohe Datenqualität sicher. Nur so kann eine hohe Aussagekraft und die Vergleichbarkeit der Daten gewährleistet werden.

Die statistische Auswertung und Aufbereitung der Daten übernimmt die zentrale Auswertungsstelle am ITA. Dabei wird sowohl ein Quer- als auch ein Längsschnittdesign genutzt. Die Daten werden anonymisiert ausgewertet, so dass die Identität einer Werkstatt nur dann preisgegeben wird, wenn sie dies wünscht.

Bei Interesse am Lernen voneinander bzw. am "Lernen von den Besten" können WfbM entweder an moderierten, zweitägigen Workshops teilnehmen oder sie lassen sich in eine Lernpartnerschaft mit einer von ihnen ausgewählten Werkstatt vermitteln.
Während bei den Lernpartnerschaften ein Austausch zweier Werkstätten ohne externe Begleitung stattfindet, ermöglicht der Workshop eine strukturierte Analyse ausgewählter Auswertungsergebnisse der teilnehmenden WfbM in einer offenen und lernorientierten Atmosphäre. Prozesse und Strukturen, die den Ergebnissen zugrunde liegen, können in diesem Rahmen ausführlich diskutiert werden.

Im regelmäßig stattfindenden "Forum Benchmarking" wird der Forschungsbedarf des Kennzahlensystems wie auch der der Projektumsetzung systematisch erfasst und diskutiert. Notwendige Adaptionen werden in dezidierten Arbeitsgruppen unter wissenschaftlicher Leistung des ITA erarbeitet. Dieses Verfahren stellt sicher, dass die Messung auch weiterhin den Bedürfnissen der Werkstätten entspricht, die Balance zwischen erkenntnisinduzierter Anpassung und Stabilität aber gewahrt bleibt.

Der Einstieg interessierter Werkstätten ist grundsätzlich jederzeit möglich.

Publikationen:

Blaudszun-Lahm, A.; Eierdanz, F.; Weber, H.: Werden Werkstattbeschäftigte erfolgreich gefördert? In: ConZepte, Informationen, Standpunkte und Diskussionen aus der Gesundheits- und Sozialwirtschaft, Jg. 5, 2 (2010), S. 22 - 25

Weber, H.; Eierdanz, F.; Blaudszun-Lahm, A.: Verbesserung beruflicher Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen - Ein Benchmarking-Ansatz zur Verbesserung der Qualität rehabilitativer Dienstleistungen in Werkstätten für behinderte Menschen, in: Neue Arbeits- und Lebenswelten gestalten, 56. Kongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft, 24. bis 26. März 2010, S. 339-342

Weber, H.: Benchmarking der Förderungs- und Rehabilitationsqualität in Werkstätten für behinderte Menschen (Reha-Benchmarking), Vortrag auf dem Werkstättentag 2008