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Nachhaltige Büro- und Verwaltungsgebäude in Stahl- und Stahlverbundbauweise

Laufzeit:

01.01.2011 - 31.12.2013

Ansprechpartner:
Kurzbeschreibung des Projektes:

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, Instrumente in Form eines Handbuches mit Planungsleitlinien und Hilfsmitteln sowie Softwaretools bereitzustellen, die die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit bei der Planung von Büro- und Verwaltungsgebäuden in der Konzeptions- und Entwurfsphase unterstützen.

In Kooperation mit folgenden wissenschaftlichen Einrichtungen soll diese Zielstellung erreicht werden:

Technische Universität München, Lehrstuhl für Metallbau (Projektleitung)
RWTH Aachen, Lehrstuhl für Stahl- und Leichtmetallbau
Technische Universität Dresden, Institut für Stahl- und Holzbau
Technische Universität Darmstadt, Fachgebiet Entwerfen und Baugestaltung
Technische Universität Kaiserslautern, Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und Controlling
Technische Universität Kaiserslautern, Institut für Technologie und Arbeit

Bei der Planung von Bauvorhaben werden auf der Basis funktionaler und gestalterischer Objektanforderungen technische Lösungen entwickelt. Hierzu werden geeignete Bauweisen und Bauprodukte sowie geltende technische Regelwerke herangezogen. Entwurf, Konstruktion und Bemessung konzentrieren sich auf die Anforderungen der Errichtungs- und Nutzungsphase. Ressourcenschonung, Recyclingfähigkeit, Lebenszykluskosten und Werthaltigkeit, auch für sich ändernde Objektbedingungen, standen dabei in der Vergangenheit nicht im Fokus.

Die Forderung, beim Entwurf und der Realisierung von Gebäuden verstärkt Aspekte der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen, ist ein Trend, der weltweit zu einer Vielzahl zum Teil konkurrierender Bewertungssysteme geführt hat. Dabei wird die Nachhaltigkeit der geplanten Gebäude häufig nur unter Berücksichtigung heutiger Anforderungen beurteilt, ohne wirklich lebenszyklusorientierte Aspekte der soziokulturellen Funktion der Gebäude zu berücksichtigen. Dies gilt ebenfalls für wesentliche Aspekte in der ökonomischen Beurteilung von Gebäuden, die häufig ohne adäquate Berücksichtigung aller (auch zukünftiger) Stakeholder des Gebäudes durchgeführt wird. Damit fehlen aber auch die Grundlagen zur bewussten Festlegung der konstruktiven Anforderungen an das Gebäude, z.B. hinsichtlich der erforderlichen Flexibilität in der Raumnutzung. Ebenfalls mit der konstruktiven Ausführung verbunden ist die Frage der ökologischen Nachhaltigkeit eines Gebäudes. Bei vorliegenden Massenbilanzen lässt sich eine nachgelagerte Ökobilanzierung verhältnismäßig einfach durchführen. Eine Ökobilanzierung zum Zeitpunkt des frühen Entwurfsstadiums und der damit mögliche Vergleich konstruktiver Ausführungsvarianten sind heute noch nicht machbar. Zudem fehlen auch die dazu notwendigen Bewertungsgrundlagen, technischen Regeln und Empfehlungen zur nachhaltigen Werkstoff- und Konstruktionswahl, insbesondere im Stahl- und Stahlverbundbau.

Das ITA übernimmt in diesem Forschungsverbund folgende Arbeitsinhalte:

Forschungsteilziel: Entwicklung von Instrumenten zur Erfassung und Umsetzung von lebenszyklusbasierten soziotechnologischen und soziokulturellen Nutzeranforderungen im Entwurfsprozess

Arbeitspaket I: Ermittlung von langfristigen Anforderungsprofilen für die funktionale Qualität an Büro- und Verwaltungsgebäude

Durch eine lebenszyklus- und anspruchsgruppenorientierte Szenarioanalyse sollen soziokulturelle und soziotechnologische (zukünftige) Anforderungen an Büro- und Verwaltungsgebäude im Licht von wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen ermittelt werden. Dies soll dabei helfen, neben den positiven soziofunktionalen Effekten eine ineffiziente nachträgliche Korrektur von Planungsversäumnissen zu verhindern. Denn durch die Vermeidung von Nutzungsausfall, aufwändigen Umbau und vorzeitigen Rückbau werden sowohl ökonomische als auch ökologische Ressourcen geschont. Durch die besondere Berücksichtigung von Nutzertauglichkeit, Gesundheits- sowie Arbeitsschutz und Nutzerzufriedenheit wird zudem ein Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit des Entwurfs beigetragen.

Arbeitspaket II: Entwicklung eines Planungsinstruments zur Erhebung und Integration von soziotechnologischen und soziokulturellen Nutzeranforderungen für Architekten

In diesem Arbeitsschritt wird ein Instrument entwickelt, das den Planer bei der lebenszyklusorientierten Erhebung der Anforderungen von Nutzern und anderen Anspruchsgruppen unterstützen soll. Der Fokus liegt insbesondere darauf, wie die relevanten Anspruchsgruppen in den Entwurfsprozess eingebunden werden können und wie zukünftige (noch nicht direkt bekannte) Anspruchsgruppen ebenfalls Berücksichtigung finden. Dabei fließen wiederum die Erkenntnisse aus der Szenarioplanung ein, mit deren Hilfe die Belange zukünftiger Nutzergenerationen abgebildet werden soll. Das Ergebnis soll ein anspruchsgruppenorientiertes Erhebungsinstrument zur strukturierten Analyse soziokultureller und soziotechnologischer Anforderungen an Büro- und Verwaltungsgebäude über die gesamte Lebensspanne hinweg sein, mit dem die Prozessqualität des Entwurfs deutlich gesteigert werden soll.