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Anreizsysteme zur Verbreitung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (Teilprojekt)

Laufzeit:

01.10.2007 - 31.10.2008

Ansprechpartner:
Kurzbeschreibung des Projektes:


Bertelsmann Stiftung:
Projekt „Eine zeitgemäße betriebliche Gesundheitspolitik“

Zielsetzung des Projektes

Ziel des Teilprojektes war es auszuloten, wie ein trägerübergreifendes Anreizsystem die Verbreitung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements unterstützen kann.

Anreizsysteme werden insbesondere für solche Organisation als hilfreich angesehen, die bislang noch vergleichsweise wenig Erfahrungen mit betrieblichen Gesundheitsmanagementsystemen haben und daher den Nutzen in Bezug auf die Förderung der Gesundheit der Belegschaft (Anstieg der Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter und damit der Produktivität, verbessertes Betriebsklima, höhere Attraktivität des Betriebes für Fachkräfte) nicht entsprechend abschätzen können. Externe Anreize sollen das Interesse der Unternehmen an betrieblichem Gesundheitsmanagement wecken und die Bereitschaft erhöhen, sich mit diesem Zukunftsthema systematisch auseinanderzusetzen.

Da sich bereits heute unterschiedlichste Träger mit eigenen Anreizsystemen auf dem Markt befinden, lag das spezielle Ziel des Projektes darin einen übergreifenden Rahmen zu entwickeln, in dem sich unterschiedliche Träger mit vorhandenen aber auch neu zu entwickelnden Anreizkonzepten positionieren können. Abgestimmte Qualitätskriterien und Anreizangebote aber auch einheitliche Bewertungs- und Anforderungsstandards sollen sicherstellen, dass gleichzeitig eine größtmögliche Attraktivität für Unternehmen sichergestellt und die betriebliche Gesundheitssituation wirkungsvoll verbessert wird.

 

Anforderungen an ein trägerübergreifendes Anreizsystem

Als grundlegende Anforderungen an das zu entwickelnde Anreizsystem wurden die folgenden Faktoren definiert:

Einbindung aller relevanter Anspruchsgruppen

Vor dem Hintergrund des hochkomplexen Akteursgeflechts und der unterschiedlichen Interessenslagen einzelner Akteure in Bezug auf Gesundheit im Betrieb waren im Rahmen des Projektes alle relevanten Anspruchsgruppen zu bestimmen, strukturiert zu analysieren und ihre Anforderungen in den Entwicklungsprozess eines trägerübergreifenden Anreizsystems einzubeziehen. Dabei galt es insbesondere Synergieeffekte zu erschließen und Widersprüche bzw. Konfliktpotenziale zu überwinden, um Win-win-Stituation zu schaffen.

Kopplung von Zielsetzung, Anreiz, Maßnahmen und Bewertung

Die Implementierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements muss auf einem breiten Gesundheitsverständnis basieren und die Integration in das Tagesgeschäft einer Organisation sicherstellen. Dementsprechend breit müssen Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit angelegt sein, die ihrerseits konform zu den verfolgten unternehmensspezifischen Zielsetzungen und Anreizen sein müssen. Hierfür wird ein entsprechend breiter Bewertungsansatz benötigt. Der stringenten Verknüpfung von Zielstellungen, angebotenen Anreizen, den dafür umzusetzenden Maßnahmen und des zugrunde liegenden Bewertungsprozesses kam vor diesem Hintergrund eine besondere Bedeutung zu.

Attraktivität des Anreizes für Unternehmen

Die angebotenen Anreize müssen den Unternehmen einen offensichtlichen Vorteil bringen, um angenommen zu werden. Idealerweise sollte der Anreiz so bemessen sein, dass die intern ohnehin bestehenden Anreize zur Durchführung von Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements verstärkt werden. Die Überzeugung der Unternehmensleitung, dass betriebliches Gesundheitsmanagement an sich Vorteile für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens bringt, ist essenziell für die Wirksamkeit der Maßnahmen.

Breitenwirksamkeit des Ansatzes

Ausgehend von der Zielstellung dieses Teilprojektes war es wichtig, dass ein Anreizsystem möglichst viele Betriebe erreichen und zur Implementierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements motivieren kann – unabhängig von der Größe und Branchenzugehörigkeit einer Organisation aber auch vom Reifegrad eines betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Offener Ansatz

Um den Bedürfnissen von Unternehmen zu entsprechen, war es notwendig, das System in Bezug auf die angebotenen Anreizarten breit zu gestalten und die zu erbringenden Gegenleistungen systematisch darauf abzustimmen.

Vorgehen im Projekt:

Aufgabenbereich 1: Recherche und Bewertung der Wirksamkeit existierender Anreizsysteme

Im Rahmen des Kooperationsprojektes mit der Bertelsmann Stiftung wurden zunächst national und international verbreitete Anreizsysteme recherchiert und detailliert analysiert. Ziel war es, einen Überblick über das bestehende Angebot zu erhalten sowie den Handlungsbedarf zur Weiterentwicklung derartiger Systeme zu konkretisieren.

Aufgabenbereich 2: Zusammenführung von Indikatoren zur Qualität eines zeitgemäßen betrieblichen Gesundheitsmanagements

Grundlage für viele Anreizsysteme ist die Messung der Qualität des in Betrieben umgesetzten betrieblichen Gesundheitsmanagements. Die Messung ermöglicht einen Vergleich mit anderen Betrieben oder mit einem vorher festgelegten Standard und liefert damit eine Basis, um die Gewährung eines Anreizes zu begründen. In diesem Aufgabenpaket ging es letztlich um die Entwicklung eines Bewertungsansatzes für ein qualitativ hochwertiges betriebliches Gesundheitsmanagement. Dazu wurde ein modularer Ansatz entwickelt, der den Unternehmen eine Bewertung mit vertretbarem Ressourcenaufwand ermöglichen soll.

Aufgabenbereich 3: Entwicklung eines Vorschlags zur Verbesserung der Anreizstruktur

Hier stand die Frage im Zentrum, wie bestehende Anreize zur Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements weiterentwickelt werden können. Als Ergebnis entstand der sog. Anreizverbund, der durch seinen modularen Aufbau zugleich für mehrere Anreizanbieter und Anreizempfänger wirksam und attraktiv ist.

Zusätzliche Links zu diesem Projekt:

www.bertelsmann-stiftung.de

www.bgm-lohnt-sich.de