Projekt-Detail
Sie sind hier: Forschung & Lehre / Projekte
print

Excellence in der beruflichen Weiterbildung - WebEx

Laufzeit:

01.11.2009 - 30.06.2010

Ansprechpartner:
Kurzbeschreibung des Projektes:

- Anforderungen, Status und Handlungsempfehlungen -

Die betriebliche Weiterbildung ist angesichts der dynamischen Entwicklungen zunehmend auf internationalen Handels- und Arbeitsmärkten und den damit verbundenen Herausforderungen von zentraler Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit von Individuen und Organisationen.

Das derzeitige betriebliche Weiterbildungssystem zeichnet sich dadurch aus, dass zahlreiche Akteure miteinander vernetzt in unterschiedlichen Rollen interagieren. Infolge dessen herrscht innerhalb des Systems ein hohes Maß an Intransparenz, Unsicherheit und Komplexität vor. Exzellente Weiterbildung muss die Vernetzung der Akteure berücksichtigen, vor diesem Hintergrund die Voraussetzungen für die bedarfsorientierte Entwicklung von Weiterbildungsangeboten schaffen und eine wirksame, zielgerichtete individuelle aber auch organisationale Kompetenzentwicklung unterstützen.

Bisherige Ansätze zur Verbesserung des beruflichen Weiterbildungssystems greifen vielfach zu kurz, weil dem systemischen Charakter der Weiterbildungslandschaft nicht oder nur zum Teil Rechnung getragen wird. Einen entsprechenden Ansatzpunkt für einen inhaltlich breiten, systemischen Zugang zum beruflichen Weiterbildungssystem liefert das Konzept der „Excellence“: Basis von Excellence-Modellen ist ein umfassendes Qualitätsverständnis, welches auf die Erfüllung der multidimensionalen Anforderungen unterschiedlicher Stakeholder ausgerichtet ist. Die Grundideen der Excellence lassen sich grundsätzlich in Anforderungen an das System der beruflichen Weiterbildung überführen.

An diesen Grundideen setzte das Projekt WebEx an, in welchem eine Erforschung des betrieblichen Weiterbildungssystems aus einer systemischen Perspektive durchgeführt wurde. Hauptziele waren, das betriebliche Weiterbildungssystem wissenschaftlich zu analysieren und zu strukturieren, die zentralen Problembereiche und deren Vernetzung zu identifizieren sowie erste Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Excellence in der betrieblichen Weiterbildung auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse des Forschungsprojekts abzuleiten.

Die Vorgehensweise zur Bearbeitung der skizzierten Forschungsfragen war in drei wesentliche Phasen unterteilt:

  • In Phase 1 wurde das System der betrieblichen Weiterbildung strukturell analysiert und ferner identifiziert, welche Konsequenzen sich für dieses aus einem Excellence-Gedanken heraus ergeben.
  • Auf dieser Basis folgte in Phase 2 eine explorativ angelegte Studie. Ihr Schwerpunkt lag auf einer Erhebung der Sichtweisen verschiedenster Akteure im Weiterbildungssystem in Bezug auf den Status Quo sowie den aktuellen und zukünftigen Handlungsbedarf. Die Daten wurden durch Interviews (telefonische sowie persönliche Interviews) erhoben.
  • In Phase 3 wurden die Ergebnisse der Studie in mehreren Schritten systematisch ausgewertet und in Handlungsempfehlungen zur Systemverbesserung überführt: Die Offenheit des methodischen Ansatzes und die breite Abdeckung der relevanten Akteurgruppen ermöglichte die Identifikation inhaltlich höchst unterschiedlicher Problemfelder.

Die Untersuchung hat u. a. gezeigt, dass

  • bei Unternehmen ein hoher Bedarf an strategisch ausgerichteten Weiterbildungsdienstleistungen besteht, das Weiterbildungssystem die Anforderungen aber nur begrenzt erfüllen kann,
  • das aktuelle System nur eingeschränkt den Anforderungen einer an langfristigen strategischen Wirkungen orientierten Weiterbildung gerecht wird,
  • Potenziale zur Entwicklung von Weiterbildungs-Excellence vorhanden, aber bei weitem noch nicht erschöpfend erschlossen sind,
  • Excellence in der betrieblichen Weiterbildung nur dann erreicht werden kann, wenn abgestimmte Maßnahmen gleichzeitig am Weiterbildungsdienstleister und Kunden ansetzen,
  • der zentrale Ansatzpunkt für Verbesserungen die Interaktionen zwischen Weiterbildungsanbietern und ihren Kunden sind,
  • eine Strategie der dualen Kompetenzentwicklung bei Weiterbildungsdienstleistern und –kunden aufgrund sich selbstverstärkender Effekte ein effizienter und effektiver Ansatzpunkt für Verbesserungsmaßnahmen ist und
  • die Vernetzung der Akteure die Chance eröffnet, dass Verbesserungsmaßnahmen aufgrund selbstverstärkender Effekte überproportionale Wirkungen entfalten können, wenn die richtigen Ansatzpunkte adressiert werden.