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Barrierefreie Informationstechnik

Laufzeit:

01.01.2002 - 30.12.2010

Ansprechpartner:
Kurzbeschreibung des Projektes:

Mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien, und insbesondere dabei des Internets, haben Benutzer Zugang zu einer Vielzahl bislang nicht erreichbarer oder schwer zugänglicher Informationen. Insbesondere für Menschen mit Behinderungen kann Informationstechnik ein breites Spektrum an neuen, bisher unzugänglichen Möglichkeiten schaffen, bspw. Teilhabe am Berufsleben oder Telekommunikation. Jedoch finden Menschen mit Behinderungen bei der Nutzung von Informationstechnik Barrieren vor, da ihre Bedürfnisse bei der Gestaltung von graphischen Benutzungsoberflächen sowie Web-Seiten häufig nicht berücksichtigt wurden. "Barrierefreie Informationstechnik" ist das Schlagwort, das die Übertragung des Konzepts der Barrierefreiheit aus dem baulichen Bereich auf das Internet beschreibt und ausdrückt, dass es möglich ist, Informationstechnik derart zu gestalten, dass sie durch alle gleichwertig und gleichberechtigt benutzbar ist.

Mit dem Begriff der Barrierefreiheit wird dabei eine Grundüberzeugung der Menschen mit Behinderung zum Ausdruck gebracht:
Die Behinderung wird für die Betroffenen erst dann zum Problem, wenn ihnen aufgrund von physischen, sensorischen oder mentalen Barrieren eine chancengleiche Teilhabe an der Gesellschaft verwehrt wird.

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes hat das ITA unterschiedliche Aktivitäten gestartet, die im Prozess zur Erreichung von Barrierefreiheit geben und eine Nachhaltigkeit dieser Vorgehensweise unterstützen sollen. Beispielhaft seien einige genannt:

  • EDV-Arbeitsplätze für Menschen mit körperlichen Behinderungen
    Im Rahmen der Forschungsarbeit wurde in zwei Werkstätten für behinderte Menschen erforscht, inwieweit Menschen mit schweren körperlichen Behinderungen durch EDV-Arbeitsplätze eine geeignete, an den individuellen Bedarf angepasste, berufliche Teilhabe ermöglicht werden kann.

  • Entwicklung eines Instrumentariums zur Gefährdungsgrobanalyse an EDV-Arbeitsplätzen
    In diesem Projekt wurde europaweit erstmalig wissenschaftlich eruiert, inwiefern Beschäftigte mit und ohne Behinderungen bei der Grobanalyse (gemäß Arbeitsschutzgesetz und Bildschirmarbeitsplatzverordnung) ihres eigenen EDV-Arbeitsplatzes einbezogen werden können. Dabei wurden auch Sonderkonfigurationen von Arbeitsplätzen für Menschen mit schweren Behinderungen berücksichtigt.
     
  • Erforschung der Anforderungen an ein nicht-sprachliches Telekommunikationssystem
    Basierend auf Untersuchungen mit der Zielgruppe BLISS-Benutzer wurde ein Prototyp für ein web-basiertes Kommunikationssystems, das auf der BLISS-Symbolik aufbaut, erarbeitet und beispielhaft erprobt.

Darüber hinaus hat sich das ITA in den Jahren 2003 bis 2009 als Mitveranstalter eines bundesweiten Symposiums für ein barrierefreies Internet ("Mehr Wert für @lle") betätigt. Forschungsergebnisse fließen seit dem Wintersemester 2002/2003 in die Vorlesung "Design for All / Inclusive Design" ein, um den Studierenden der Universität Kaiserslautern die Thematik näher zu bringen.

Publikationen:

Weber, H.; Edler, C.: Supporting the Web-Experience of Young People with Learning Disabilities. In: Miesenberger, K. et al.: Computers Helping People with Special Needs, Part I; ICCHP 2010, Springer: Berlin. DOI 10.1007/978-3-642-14097-6_103

Weber, H.: Providing Access to the internet for people with disabilities: Short and medium term research demands. In: Theoretical Issues in Ergonomics Science, 5 (2006), S. 491 - 498.

Weber, H.: Entwicklung eines Gefährdungsanalyse-Instrumentariums zur Beurteilung von EDV-Arbeitsplätzen für Beschäftigte mit und ohne Behinderungen. Osnabrück: Der Andere Verlag, 1999