Digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät ent­schei­det über Euro­pas Zukunft – Digi­tal­rat Rhein­land-Pfalz bringt sich im euro­päi­schen Dia­log ein

Für ITA durf­te Dr. Vio­la Hell­ge im Rah­men des Digi­tal­rats RLP am Aus­tausch in Brüs­sel teil­neh­men und eine arbeits­wis­sen­schaft­li­che Sicht­wei­se ein­brin­gen.

„Digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät ist kein abs­trak­tes Leit­bild, son­dern eine zen­tra­le Vor­aus­set­zung dafür, dass Euro­pa wirt­schaft­lich wett­be­werbs­fä­hig bleibt, tech­no­lo­gi­sche Abhän­gig­kei­ten redu­ziert und zugleich sei­ne Wer­te im digi­ta­len Raum schützt. Rhein­land-Pfalz bringt sich dabei bewusst früh­zei­tig in euro­päi­sche Debat­ten ein“, sag­te die Minis­te­rin für Arbeit, Sozia­les, Trans­for­ma­ti­on und Digi­ta­li­sie­rung des Lan­des Rhein­land-Pfalz, Dör­te Schall, anläss­lich der zwei­tä­gi­gen Rei­se des Digi­tal­rats Rhein­land-Pfalz am 2. und 3. Febru­ar 2026 nach Brüs­sel.

Gemein­sam mit dem Digi­tal­rat such­te die Minis­te­rin den Aus­tausch mit hoch­ran­gi­gen Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on, des Euro­päi­schen Par­la­ments und der Stän­di­gen Ver­tre­tung Deutsch­lands bei der Euro­päi­schen Uni­on sowie mit zen­tra­len Akteu­rin­nen und Akteu­ren aus Ver­bän­den, Wis­sen­schaft und Zivil­ge­sell­schaft. Minis­te­rin Schall beton­te: „Schon als Vor­sitz­land der Digi­tal­mi­nis­ter­kon­fe­renz im Jahr 2025 hat sich Rhein­land-Pfalz dafür stark gemacht, die digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät Euro­pas in den Fokus zu rücken und zugleich mit kon­kre­ten poli­ti­schen Hand­lungs­emp­feh­lun­gen zu unter­le­gen. Dar­an konn­ten wir in Brüs­sel gezielt anknüp­fen.“

Im Mit­tel­punkt der Gesprä­che stan­den die stra­te­gi­schen Wei­chen­stel­lun­gen der euro­päi­schen Digi­tal­po­li­tik vor dem Hin­ter­grund aktu­el­ler geo­po­li­ti­scher Span­nun­gen und des rasan­ten tech­no­lo­gi­schen Wan­dels. Dis­ku­tiert wur­de ins­be­son­de­re, wie die Wett­be­werbs- und Hand­lungs­fä­hig­keit Euro­pas im digi­ta­len Raum lang­fris­tig gestärkt wer­den kann. Dabei ging es unter ande­rem um aktu­el­le Ver­ein­fa­chungs­be­stre­bun­gen der EU-Digi­tal­re­gu­lie­rung – etwa den Digi­ta­len Omni­bus und den Digi­ta­len Fit­ness-Check – sowie um die Umset­zung zen­tra­ler Rechts­ak­te wie der KI-Ver­ord­nung und des Geset­zes über Digi­ta­le Diens­te (Digi­tal Ser­vices Act, DSA). Auch indus­trie- und infra­struk­tur­po­li­ti­sche Vor­ha­ben zur Stär­kung der digi­ta­len Wett­be­werbs­fä­hig­keit Euro­pas waren Gegen­stand des Aus­tauschs.

Ein zen­tra­les The­ma war dabei die Fra­ge, wie Regu­lie­rung nach­voll­zieh­bar, pra­xis­taug­lich und inno­va­ti­ons­freund­lich aus­ge­stal­tet wer­den kann, ohne euro­päi­sche Schutz­stan­dards bei Grund­rech­ten, Daten­schutz und Trans­pa­renz zu gefähr­den. Minis­te­rin Schall beton­te: „Die bestehen­den EU-Regeln wie der DSA oder die KI-Ver­ord­nung sind zen­tra­le Grund­pfei­ler euro­päi­scher digi­ta­ler Sou­ve­rä­ni­tät. Sie schaf­fen fai­re Wett­be­werbs­be­din­gun­gen, stär­ken den Schutz der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und set­zen ver­bind­li­che Stan­dards für den digi­ta­len Raum. Ent­schei­dend ist nun, dass die­se Regeln wirk­sam durch­ge­setzt wer­den – ins­be­son­de­re auch im Inter­es­se von klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men sowie Start-ups, die sonst im Wett­be­werb benach­tei­ligt wären.“

Ein wei­te­rer Schwer­punkt lag auf dem The­ma Künst­li­che Intel­li­genz als Schlüs­sel­tech­no­lo­gie für Wett­be­werbs­fä­hig­keit, Inno­va­ti­on und gesell­schaft­li­che Trans­for­ma­ti­on. In den Gesprä­chen wur­de deut­lich, dass euro­päi­sche KI-Poli­tik nur erfolg­reich sein kann, wenn Regu­lie­rung, Inves­ti­tio­nen, For­schung und Anwen­dung kon­se­quent zusam­men­ge­dacht wer­den. Dabei spiel­te auch die Fra­ge eine zen­tra­le Rol­le, wie regio­na­le Inno­va­tions- und For­schungs­stand­or­te von euro­päi­schen Rah­men­be­din­gun­gen pro­fi­tie­ren und zugleich zur Umset­zung der euro­päi­schen KI-Zie­le bei­tra­gen kön­nen.

Vor die­sem Hin­ter­grund erklär­te Prof. Dr. Katha­ri­na Zweig, Co-Vor­sit­zen­de des Digi­tal­rats: „Rhein­land-Pfalz ist ein star­ker KI-For­schungs- und Inno­va­ti­ons­stand­ort. Damit die­ser sein Poten­zi­al ent­fal­ten kann, braucht es einen ver­läss­li­chen euro­päi­schen Rah­men. Auf EU-Ebe­ne wer­den die Leit­plan­ken gesetzt, die dar­über ent­schei­den, ob For­schung, Anwen­dung und Inno­va­ti­on in Euro­pa erfolg­reich zusam­men­spie­len.“

Minis­te­rin Schall und Prof. Zweig zogen zum Abschluss ein gemein­sa­mes Fazit: „Euro­päi­sche Digi­tal­po­li­tik kann nur dann erfolg­reich sein, wenn sie stra­te­gisch abge­stimmt, prak­tisch umsetz­bar und gesell­schaft­lich trag­fä­hig ist. Der Dia­log mit den euro­päi­schen Insti­tu­tio­nen zeigt, wie wich­tig es ist, regio­na­le Erfah­run­gen und Exper­ti­se früh­zei­tig ein­zu­brin­gen, um Euro­pas digi­ta­le Zukunft aktiv mit­zu­ge­stal­ten.“