Fachforum
„Jobcenter der Zukunft I“

15. Juni 2022, 8:30-16:00 Uhr

Seit zwei Jahren arbeiten wir im Forschungsverbund rehapro zusammen, tauschen uns untereinander fachlich aus und denken, wo möglich, bei Erhebungen und Untersuchungsansätzen zusammen. Dieser Forschungsverbund besteht aus den folgenden Partnern:

  • Lawaetz-Stiftung Hamburg (Gastgeberin des Forums)
  • Institut für sozialpädagogische Forschung – ism – Mainz
  • Institut für Technologie und Arbeit – ITA – Kaiserslautern
  • Institut für Sozialökonomische Strukturanalysen – SÖSTRA – Berlin

Nun konnten wir mit unserem ersten Fachforum einen überschaubaren und „geschützten“ Rahmen etablieren, in dem sich Projektleitungen, Leitungen wichtiger Akteure und Leitungen der beteiligten Jobcenter offen und vorbehaltlos zu Themen rund um die Modellvorhaben rehapro, die von diesen Forschungspartnern begleitet werden, austauschen und gegenseitig befruchten konnten.

Die vorliegende Dokumentation beinhaltet die Präsentation aller Teilnehmenden sowie Mitschriften als erste Entwürfe für die gesprochenen und diskutierten Themen. Bitte prüfen Sie die Entwürfe zu Ihren Beiträgen und geben Sie bitte bis spätestens 11.07. Rückmeldung an harald.weber@ita-kl.de , welche Änderungen Sie wünschen oder ob der Entwurf für Sie in die finale Fassung übernommen werden kann. Wir informieren Sie dann darüber, wann die finale Fassung des Protokolls auf dieser Seite verfügbar ist.

Protokoll (Entwurf)

Willkommen

  • Willkommen durch Peer Gillner (Lawaetz Stiftung) [Präsentation herunterladen]
  • Einführung in den Tag: Michael Seligmann und Vanessa Kubek
  • Vorstellung Forschungsverbund
  • Vorstellung der Projekte

1. JC Düsseldorf & Mettmann: Gesund und Aktiv – aus einer Hand GesA

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In der Diskussion angesprochene Punkte (Entwurf Stand 23.06.2022)

  • Verlängerung um 6 Monate angestrebt
  • Team arbeitet übergreifend, sowohl in Düsseldorf als auch in Mettmann
  • Kombination aus JC in einer Großstadt und JC aus einem eher ländlichen Raum, mit 10 Städten
  • Räumlichkeiten konnten während der Pandemie nur eingeschränkt genutzt werden
  • Viele Gruppenangebote: Gesundheit und Stärkung der Selbstwirksamkeit
  • Viele eigene Kurse
  • Kooperation mit Sportverein
  • Teilnehmende helfen Teilnehmenden: PC & Internet-Nutzung, Kreatives Schreiben
  • Schulungen: Umgang mit psychisch kranken Menschen => Änderung der Gesprächsführung
  • Verbleib im Projekt: 12 Monate sollte der Regelfall sein, üblicherweise waren es aber 18 bis 24 Monate
  • Zugang erfolgt über Arbeitsvermittler, diese stellen das Projekt vor
  • Über AVGS Assessment mit Handlungsempfehlungen, die im Projekt adressiert werden
  • Kundenakquise ist ein ständiger Kampf, immer wieder muss erinnert werden, da das Projekt nicht die höchstpriorisierte Zielgruppe adressiert
  • Regelmäßige Tage der offenen Tür alle 3 bis 4 Monate für Arbeitsvermittler, nur Papier reicht nicht aus

2. JC Kreis Plön: Potentialentwicklung für arbeitslose Menschen zur Neuorientierung – PaN (zusammen mit Brücke SH)

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In der Diskussion angesprochene Punkte (Entwurf Stand 23.06.2022)

  • Zwei Tageskliniken spielen eine wichtige Rolle im Projekt
  • 4 Zyklen mit jeweils 12 Monaten Dauer, curricular vorgegebene Modulstruktur
  • 15 Teilnehmende je Zyklus; aktuell sind noch 11 Teilnehmende dabei, vorher waren es ca. 12 / 13, die bis zum Ende dabei blieben
  • Nutzung u.a. einer Werkstatt zur Arbeitsdiagnostik
  • Gruppen- und Sozialräume vorhanden
  • Zielgruppe: Menschen mit psychischer Erkrankung und vorhergehendem Tagesklinikaufenthalt
  • Ziel der Teilnahme ist nicht die Erreichung einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
  • 6 Monate werden für Praktika und Jobcoaching genutzt; Praktika werden sowohl von den Teilnehmenden selber akquiriert, aber Projekt kann auch auf eigene Kontakte zurückgreifen falls notwendig
  • Arbeitsprozesse sollen möglichst im Sozialraum stattfinden
  • Kooperation mit Krankenkassen: DAK bietet Seminare an, die Kooperation wurde bereits vor Projektbeginn vereinbart

3. JC Halle: Geh vor! Gesundheit hat Vorfahrt

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In der Diskussion angesprochene Punkte (Entwurf Stand 23.06.2022)

  • Teilnahme sowohl mit als auch ohne ärztliches Gutachten möglich
  • Selbstwirksamkeit und Eigenmotivation sehr wichtig für eine Teilnahme
  • Von Vorteil, dass es Anlaufstellen außerhalb des JC gibt
  • Derzeit 32 Teilnehmende, Betreuungsschlüssel ca. 1:12
  • Ein Gesamtbudget im Projekt wäre hilfreicher gewesen als derzeit die Einzelbudgets aller Projektpartner
  • Angebote sind wesentlich niedrigschwelliger als ursprünglich erwartet
  • Themen werden von den Integrationsfachkräften abgefragt, und mit den Ergebnissen werden Fortbildungen gestaltet und umgesetzt
  • Derzeit ca. 40 Personen auf Warteliste
  • Nachbetreuung von Teilnehmenden gibt es erst seit August, und es gab 10 Verlängerungen über die geplante Teilnahmedauer von 12 Monaten hinaus

4. JC Frankfurt: PROGES

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In der Diskussion angesprochene Punkte (Entwurf Stand 23.06.2022)

  • Einzelbüros für jeden Jobcoach
  • Projektumsetzung in Eigenregie, keine Projektpartner
  • Nach 2,5 Jahren halb so viele Teilnehmende wie zu diesem Zeitpunkt ursprünglich erwartet (770 TN)
  • Ursprünglich nicht geplant, doch im Projektverlauf mangels anderer Angebote Entwicklung ergänzender Gruppenangebote
  • Spaziergänge gut für Menschen mit psychischen Problemen, da das Gebäude des JC Ängste auslösen kann

5. JC Köln: Segel setzen – Hafen Köln

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In der Diskussion angesprochene Punkte (Entwurf Stand 23.06.2022)

  • Ziel: Menschen auf dem Weg zur beruflichen Reha unterstützen und begleiten
  • Kooperationen mit Partnern, die die Projektzielgruppe gut kennen
  • Durchschnittliche Teilnahmedauer 18 Monate, mehr als erwartet
  • DRV wurde zwei Jahre lang versucht mit an Bord zu holen, bislang erfolglos

6. JC Leipzig: Sanus LE – Gesund in Leipzig

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In der Diskussion angesprochene Punkte (Entwurf Stand 23.06.2022)

  • Von 620 betreuten Kund*innen am JC fanden sich 417 für die freiwillige Projektteilnahme, bislang 68 Austritte bzw. Abbrüche
  • Zwei Videos verfügbar: Video 1    Video 2
  • Software zur Verwaltung der Netzwerke: OneNote

7. JC Leipzig: LIPSY

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In der Diskussion angesprochene Punkte (Entwurf Stand 23.06.2022)

  • Warteliste mit 80 Kund*innen, keine Probleme mit Zulauf
  • Psychologisches Screening: Selbstausfüllung durch Kund*innen; anschließend psychologisches Assessment
  • Frage zu den Gelingensfaktoren für die Zusteuerung wurde als Thema für den Nachmittag für die Arbeitsgruppen / Thementische notiert

8. JC Aachen, Düren und Kreis Heinsberg: rehapro Euregio rpE

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In der Diskussion angesprochene Punkte (Entwurf Stand 23.06.2022)

  • Eigener medizinischer Partner im Projekt
  • Komplexes Partnernetzwerk
  • Versuch, Termine kundennah umzusetzen, fallweise auch aufsuchend
  • 3 involvierte JC, ca. 40 Akteure insgesamt
  • Planungszahlen: Einström 2160, Durchström 720, Ausström 530 Kund*innen
  • Ziel: Aufnahme einer potentialgerechten Beschäftigung
  • Motivation und Freiwilligkeit zentral
  • Der medizinische Träger ist auch in der Lage zu prüfen, ob Teilnehmende unter welchen Bedingungen arbeiten können
  • Beobachtung: längerer Verbleib der Teilnehmenden in den Phasen => geringere Fallzahlen
  • Übertragung des holländischen Konzepts auf Deutschland braucht noch Anpassung
  • DARIUS (?) wird zum Profiling eingesetzt, erst ab Phase II sind die Verbleibenden dann Teilnehmende des Projektes

9. JC Ostholstein: Ich – Ich habe eine Chance

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In der Diskussion angesprochene Punkte (Entwurf Stand 23.06.2022)

  • 2 Gesundheitshäuser eingerichtet
  • 6 Mitarbeitende sowie eine Honorarärztin zur Begutachtung
  • Probleme, neue Kund*innen zu bekommen; selbst die schon runtergesetzten Fallzahlen können nicht erreicht werden
  • Kund*innen definieren die Themen von Kursen selber

10. JC Ortenaukreis: Gesundheit 4 Punkt Zukunft (mit AgilEvent)

[Präsentation online anschauen]

In der Diskussion angesprochene Punkte (Entwurf Stand 23.06.2022)

  • Angestrebte Fallzahlen müssen ggf. angepasst werden, falls Fallkonstellationen komplexer sind als erwartet
  • 53 Kommunen im Landkreis
  • Frage bspw. in Bezug auf Erfahrungen mit dem erforderlichen Sprachniveau (bspw. In Bezug auf Geflüchtete aus der Ukraine)

11. JC Mayen-Koblenz: AktiVoReha

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In der Diskussion angesprochene Punkte (Entwurf Stand 23.06.2022)

  • Kommunaler Träger
  • Laufzeit 01.11.2021 bis 30.10.2026
  • Zuweisungen ab Mitte Mai
  • 1500 Fallbesprechungen (Arzt + Psychologe + Vermittler), dann 500 davon ins Projekt und 1000 mit Empfehlungen wie weiter mit diesen umzugehen sei
  • Die 500 Projektteilnehmenden teilen sich auf in eine Intensivbetreuung (durch die Barmherzigen Brüder Trier) für 6 Monate und in ein Coaching mit psychotherapeutischer Ausrichtung (durch das Eichenberg Institut Koblenz) in Einzel- oder Gruppensettings
  • Besonderheiten: Klient*innen können nach Arbeitsaufnahme nachbetreut werden; Psychologen können Arbeitgeber*innen nach Arbeitsaufnahme unterstützen; App Entwicklung im präventiven Bereich durch das Eichenberg Institut Koblenz
  • Herausforderungen: technische Abwicklung (bspw. Fahrtkostenerstattung); gemeinsame Fallverantwortung
  • Vorteile: Akteure, die sich seit vielen Jahren kennen

12. JC Uckermark: GECKO

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In der Diskussion angesprochene Punkte (Entwurf Stand 23.06.2022)

  • 10% Arbeitslosenquote, dünn besiedelt
  • Dialogischer Spaziergang als wichtiges Instrument (bzw. walk & talk) für eine dialogische Prozessberatung
  • Schritt-für-Schritt-Vereinbarungen

Zusammenfassung zu den Stärken der Projekte (Entwurf Stand 20. Juni 2022)

Vorteile für Teilnehmende

  • Gesundheit im Fokus (bei erweitertem Gesundheitsbegriff)
  • Freiwilligkeit
  • Teilhabeorientierung
  • Teilnehmende können sich auf sich selbst konzentrieren
  • Ressourcenorientierung und damit weg vom Defizitansatz
  • a. Angebote zur Selbstorientierung / Selbsthilfe
  • Anwendung individualisierter bedarfsorientierter Ansätze
    • neue Methoden
      • Vertrauen als Basis der Zusammenarbeit
      • interdisziplinäre Fallberatung
      • Agieren im geschützten Raum
      • Aufsuchender Ansatz
      • Peers
      • Nutzung digitaler Instrumente (Apps)
      • Teilnehmende werden „an die Hand genommen“
    • Mitwirkungsmöglichkeit der Teilnehmenden
    • durch erweiterten Gesundheitsbegriff auch Bearbeitung weiterer Problemlagen
    • Anknüpfen an Lebenswirklichkeit der Teilnehmenden
    • Niedrigschwelligkeit
    • Geringer Betreuungsschlüssel
    • Auslagerung der rehapro-Standorte aus dem Jobcenter
  • Ergebnisoffenheit: Wegnahme von Duck, da kein Vermittlungszwang
  • Auch Betreuung von Arbeitgebern
  • Experimentiercharakter der Projektarbeit (was funktioniert gut; was funktioniert aus welchen Gründen nicht)
  • Vielfalt der Angebote
  • Flexible Teilnahmedauer, z. T. Möglichkeit der Nachbetreuung (nach Bedarf)
  • Frühzeitiges Erkennen von Problemlagen; damit schnellere Reaktion inkl. Einmünden in das Hilfesystem möglich
  • Entwicklung von Orientierung und nachhaltigen Zukunftsperspektiven für die einzelnen Teilnehmenden
  • Vermittlung in Beschäftigung ist möglich (auch bei psychisch Kranken)

Vorteile für die Netzwerkarbeit (Selbstverständnis des Projektes als vernetzter Sozialraum)

  • rechtskreisübergreifender Ansatz (z. B. SGB III, VI und VIII)
  • Vielzahl an kompetenten Partnern (nicht mehr nur Konzentration auf Weiterbildner, sondern Einbeziehung völlig neuer Partner)
  • Bildung von „Interessengemeinschaften“ im Gesundheitsbereich
  • Aufwertung des Jobcenters aus der Perspektiver von Partnern (z. B. das Jobcenter geht von sich aus auf Partner zu)
  • Kurze und informelle Kommunikationswege

Vorteile für die Jobcenter

  • deutlich zu erkennen: rehapro trifft auf Bedarf (z. B. sehr große Nachfrage; Wartelisten)
  • durch geringen Betreuungsschlüssel ist eine intensivere Arbeit mit den Teilnehmenden möglich (wird von rehapro-Team selbst als wohltuend wahrgenommen)
  • Interne Reichweite der Projektarbeit; z.B. Schulungen von JC-Mitarbeitenden finden durch das rehapro-Projekt statt (z. B. zur kollegialen Fallberatung, zur Erkennung von Krankheitsbildern)
  • Schulungen der rehapro-Teammitglieder (z. B. zur Gesprächsführung) oder Mediation
  • Finanzielle Beteiligung von JC am rehapro-Projekt (z. B. Finanzierung von Schulungen)
  • Erprobung von rehapro in Stadt und Land (das lässt erkennen, welchen Einfluss regionalräumliche Bedingungen auf die Projektarbeit und den -erfolg haben; wo muss ggf. Nachjustiert werden)
  • Verbesserung des JC-Image ggü. den Teilnehmenden
  • Experimentiermöglichkeiten auch für JC; Eintauchen in neue Erfahrungswelten (z. B. Prinzip der Freiwilligkeit) inkl. hoher Fehlertoleranz
  • Entwicklung von Visionen („Jobcenter der Zukunft“)

Nachmittag: World Café (Entwurf Stand 20. Juni 2022)

Thementisch 1: Akquise und Zusteuerung von Kund*innen / Motivation zu Veränderung

Darstellungsformat


Herausforderungen

  • Stärken in Projekten / Was hat sich bewährt? / Was können wir uns bei anderen Projekten „Abschauen“?

TN-Zahlen sollten höher sein / Zusteuerung in Zusammenarbeit mit PAP/FM/IFK
Motivation der JC-Mitarbeiter*innen / „Gegeneinander“ im JC: Projekt-MA sind „die Guten“, PAP/FM/IFK sind „die Bösen“

  • Regelmäßig als Projektteam eigene Suchläufe machen; wenn potentiell geeignete Personen identifiziert werden: Kolleg*innen aus den Regelteams ansprechen
  • Sich immer wieder ins Gedächtnis bringen bei den Regelteams/immer wieder in die Teams gehen; auch beachten: hohe Personalfluktuation im JC, d.h. immer wieder neu über das Projekt informieren (Aachen)
  • In den Regelteams feste Ansprechpartner*innen für das Projekt benennen (Aachen)
  • Kleines Info-Blatt übers Projekt für PAP/FM/IFK
  • Best-Practice Beispiele aus dem Projekt in Newsletter / Intranet / Pressearbeit
  • Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit, die sich direkt an potentielle Teilnehmende richten
  • Tage der offenen Tür
  • Schulungen der Regelteams bzgl. Gesundheitlicher Beeinträchtigungen → potentiell TN besser identifizieren (Beispiel Lipsy: 4×50 IFK geschult)
  • Aufsuchende Arbeit
  • Träger, der Rehapro-Maßnahme umsetzt: in anderen Maßnahmen Rehapro „mit denken“; potentiell geeignete TN melden
  • „Erfolge“ des Projekts Rehapro / Integration den Regelteams „zuschreiben“;
  • ggf. auch (aber kontrovers diskutiert): PAP/IFK bleiben in der Fallverantwortung (Ortenau)
  • Gemeinsame Workshops zwischen PAP und Projektteam (Ortenau)
  • Wertschätzende Kommunikation der JC-Leitung

Motivation der TN, v.a. problematisch: Personen, die „Maßnahmenhopping“ hinter sich haben + Personen, die gesundheitlich sehr stark eingeschränkt sind (im JC als „nicht vermittelbar“ geltende Personen)

  • „andere Form“ der Ansprache →Personen müssen völlig neue Erfahrung mit dem JC machen; Kommunikation auf Augenhöhe; Ressourcenorientierung; motivierende Gesprächsführung
  • Wichtig: Personen nicht das Gefühl geben, sie seien in einer Maßnahme

Datenschutz: Austausch sensibler Daten zwischen versch. Organisationen

  • Kommunikation Datenschutz ggü Teilnehmenden so niedrigschwellig wie möglich; wenn möglich ein Formular, das transparent macht, das Beteiligung von wiss. Begleitung / Programmevaluation + ggf. Austausch von Daten unter projektbeteiligten Organisationen; Details sind dann jeweils spezifisch zu regeln bzw. bei jeder einzelnen Befragung; wichtig: keine „Abschreckung“ zu Beginn des Projekts

Thementisch 2: Coachingprozess

Coaching braucht:

  • eine spezifische Ausbildung (z.B. systemisches Familiencoaching), verbunden mit entsprechender Coaching-Haltung und professionellem „Handwerkszeug“
  • zeitliche Kapazitäten
  • eine Vertrauensbeziehung zwischen Coach und Coachee

Thementisch 3: Netzwerkarbeit & Anbindung an sozialräumliche Angebote

Netzwerkarbeit auf individueller Ebene

  • Netzwerkkarte: Wer hat welche Kontakte? Auch Kontakte der Teilnehmenden! Recherche. Unterscheidung zwischen institutionellem und persönlichem Sozialraum
  • Wie weit der Sozialraum reicht ist individuell unterschiedlich
  • Ressourcen-orientierter Blick auf die Möglichkeiten im Sozialraum
  • Beobachtung: es mangelt den Teilnehmenden nicht an Informationen. Die Hürde ist, dieses Wissen ins „Doing“ zu bekommen und die Ressourcen auch zu nutzen
  • Förderliche Faktoren: positive Beziehungen, ein bekanntes Gesicht; nicht alleine zu einem Termin gehen; Begleitung / Gruppe / Peers; Augenhöhe
  • Hemmende Faktoren: Ängste; früher aufstehen müssen; Bus fahren; Fahrtstrecken; Flyer; Fahrtkosten
  • Bewährt hat sich die Einbeziehung von Teilnehmenden in die Planung
  • Bewährt hat sich, Peers zur gegenseitigen Unterstützung zu befähigen, mit erwünschter Eigendynamik
  • Allerdings: (exklusive) Peers Groups versus (inklusive) vorhandene Angebote im Sozialraum
  • Wie kann man in auf einzelne Teilnehmende fokussierten Projekten Peer Groups bilden?
  • Fallweise liegt gar kein Wunsch vor, Peers kennen zu lernen
  • Begleitet ein Coach eine*n Teilnehmer*in bspw. zu einem ersten Termin in einem Verein, wird das Stigma sichtbar => Ansprechpartner*innen in den Vereinen suchen

Fallübergreifende Netzwerkarbeit

  • Wie kann Netzwerkarbeit von den individuellen Netzwerken der Coaches unabhängig gemacht werden?
  • Sind die Akteure im Sozialraum überhaupt interessiert an der rehapro Zielgruppe?
    • Falls Nein: Informieren
    • Falls Ja: Welche Kompetenzen brauchen diese Akteure dann? Peer Konzepte für Teilnehmende ebenso wie für die Akteure anbieten und unterstützen
  • Korridore vereinbaren auf Organisationsebene
  • Lösungen allgemeiner Art im Sozialraum entwickeln
  • Verknüpfung von Angeboten / Möglichkeiten anstelle des Parallelbetriebs ohne Kenntnis voneinander => Synergien nutzen

Weiteres Thema: Wann ist ein Projekt erfolgreich, wovon hängt dies eigentlich ab?

  • Individuelle und Projektebene unterscheiden
  • Zusteuerung und deren Zugangskriterien
  • Was „bleibt“ nach einer Teilnahme?
  • Nur Vermittlungs-/Aktivierungsquoten?
  • Passung / „Chemie“ zwischen Teilnehmenden und Coach / Anbieter kann entscheidend sein; dies kann auch Gruppendynamik beeinflussen
  • Die bei Antragstellung geplante Zielgruppe ist nicht identisch mit der tatsächlich vorgefundenen Zielgruppe im Projektverlauf => Handlungserfordernisse!
  • Auftrag definiert Erfolgskriterien
  • Implikationen von Corona auf den Projekterfolg berücksichtigen

Thementisch 4: Übergang in Praktika und Arbeit / Vermittlung (als Ziel?)

  • Mit wem wird Vermittlung als Ziel vereinbart?
    • JC GF – „Druck von „oben“ → Widerspruch zum Projekt
    • Kund*innen
  • Zuweilen hilft es, Kund*innen in Richtung „Übergang“ „zu schubsen“ → deutlich gesteigertes Selbstbewusstsein
  • Ziel: Veränderungskompetenz bei Kund*innen entwickeln
  • „Arbeit“ kann vielfältig sein (Praktikum, Minijob, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, AGH, Zuverdienst, Ehrenamt,…)
  • Praktika:

Thementisch 5: (wird bis 6.7.nachgereicht)

 

Abschlussplenum

Frage zur Verstetigung eines gesundheitsorientierten (statt eines beschäftigungsorientierten) Fallmanagements

  • Wie passt beschäftigungsorientiert zu gesundheitsorientiert?
  • 3 Arbeitsgruppen eingerichtet: Was können wir machen? Was wollt Ihr? Wie passt das zusammen?
  • Pro JC Team gibt es 1 oder 2 Fallmanager. Für diese gibt es einmal im Jahr ein Treffen, aber jeder arbeitet anders. Dies soll und muss sich ändern.
  • Daher: Bildung einer Gruppe von Fallmanagern mit eigener Leitung (ca. 15 – 16 FM derzeit)
  • Rehapro Räumlichkeiten sollen langfristig für FM zur Verfügung stehen, um das Teamgefühl zu stärken

Ideen zur Verstetigung der Projektergebnisse

  • In einigen Projekten wird dieses Thema zentral in 2023 sein.
  • Frage, inwiefern ggf. eine gesonderte Veranstaltung für Führungskräfte / Leitungskräfte der entscheidungsbefugten Ebene hilfreich wäre